Aldi will Gamer mit eigener Marke locken

In den vergangenen Jahren haben sich immer wieder stationäre Einzelhändler an einem Engagement in der Gaming-Szene versucht, um ihre Marke bei einem jüngeren Publikum zu stärken. Der neueste im Bunde ist der Discounter Aldi, der hier nicht nach Aldi Süd und Aldi Nord unterscheidet. Zum wichtigsten Anlaufpunkt für Interessierte soll der „ALDI_Gaming_TV“-Kanal auf der Streaming-Plattform Twitch werden.

Daneben verspricht Aldi für sein neues Brand Aldi Gaming „Aktionen, Content, Services und Produkte für Gamer“, Partnerschaften mit bekannten Persönlichkeiten aus der Szene sowie Sponsorings im professionellen E-Sport. Beim Aufbau des Streaming-Angebots verlässt sich der Händler unter anderem auf erfahrene Profis wie den früheren „League of Legends“-Profi „NoWay“, den „Call of Duty: Warzone“-Experten „Gustav Gabel“ oder Erne und Stefan vom erfolgreichen Youtube-Kanal „FeelFIFA“. Somit ist bereits eine breite Vielfalt an populären Genres wie Strategie („League of Legends“), Egoshooter („Call of Duty: Warzone“ oder Fußball („FIFA 21“) abgedeckt. Alle vier Streamer haben im Netz eine enthusiastische Fangemeinde, von der Aldi natürlich profitieren möchte.

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Verkaufsförderung einmal anders

Aldi nutzt seine neu geschaffene Gaming-Seite zusätzlich, um online Produkte zu verkaufen. So werden dort spieletaugliche Computer sowie spezielle Gamingmöbel angeboten. Konkurrent Lidl hatte den eSport-Markt schon vorher für sich entdeckt und ist seit Anfang des Jahres offizieller Frischepartner der eSport-Organisation SK Gaming, deren Mitglieder nun ein Lidl-Logo auf ihren Mannschafts-Outfits tragen.

Das Interesse der Discounter an diesem Segment ist recht neu. Bisher engagierten sich primär die Unterhaltungselektronik-Händler im Gaming-Bereich, da dort eine wichtige Zielgruppe zu finden ist: Kompetitive Spieler benötigen häufig neue und moderne Hardware, um im Wettbewerb bestehen zu können oder die bestmögliche Spielegrafik zu sehen.

Unterhaltungselektronik-Handel als Vorreiter

MediaMarktSaturn hat deshalb nicht nur während des gut besuchten „DreamHack“-Turniers in Leipzig immer wieder eine Pop-Up-Filiale namens DreamStore errichtet, sondern Ende vergangenen Sommers auch seine E-Arena in Köln eröffnet. Die dortige Retail-Erlebniswelt soll Spielern ein besonderes Einkaufserlebnis bescheren und zu Normalzeiten zusätzlich zahlreiche Veranstaltungen ermöglichen.

Euronics unterhält seit 2014 sogar ein eigenes eSport-Team namens Euronics Gaming, das in seinen wechselnden Disziplinen immer wieder Erfolge feiert. Ein weniger glückliches Händchen bewies expert, das 2016 mit Team expert ebenfalls eine eigene eSport-Mannschaft zusammenstellte. Weltmeistertitel, gut inszenierte Auftritte auf gamescom und IFA sowie ein eigenes eSport-Hauptquartier konnten nicht verhindern, dass einige der treibenden Kräfte hinter dem Projekt Mitte 2018 weiterzogen. Ende 2019 beendete expert sein Engagement aufgrund zu hoher Kosten nahezu komplett.

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