Marketingausgaben in deutschen Unternehmen gestiegen

Wie kaum anders zu erwarten, sind die Ausgaben deutscher Unternehmen im Verlauf des März massiv zurückgegangen. Allerdings gilt dies nicht für alle Bereiche, wie eine Kundenanalyse des Fintechs Pleo ergab – unter anderem in Marketing und Anzeigen wurde sogar mehr investiert.

Veränderung bei Ausgaben deutscher Unternehmen von Anfang zu Ende März (Quelle: Pleo)

Die Ausgaben der Firmen lagen Ende März insgesamt nur noch bei 53 Prozent des Anfang des Monats erreichten Wertes. Besonders betroffen waren Unterhaltung (13 Prozent), Geschäftsessen (18 Prozent) und Reisespesen (elf Prozent). Beratung und Dienstleistungen (80 Prozent des Ausgangswerts) sowie Software (74 Prozent) blieben dabei vergleichsweise stabil. Angesichts eingeschränkter Reisemöglichkeiten und der Konzentration auf Home Office überrascht es kaum, dass die Ausgaben für Equipment und Hardware im Laufe des Monats um 13 Prozent und die Ausgaben für Telefon und Internet sogar um 48 Prozent zulegten.

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Nicht ganz so erwartbar war, dass auch die Ausgaben für Marketing und Anzeigen um 19 Prozent anstiegen. Jeppe Rindom, Gründer und Geschäftsführer von Pleo, geht davon aus, dass dies auch auf die die extrem niedrigen Tausenderkontaktpreise für Instagram und Facebook zurückzuführen ist: „Unternehmer, die jetzt wachsam sind, nutzen diese Gelegenheit: Ich kann mich nicht erinnern, dass das Kontaktieren möglicher Neukunden via Social Media jemals so günstig war. Das vergleichsweise stabile Ausgabeverhalten belegt, dass viele Unternehmer die aktuellen Opportunitäten ergreifen.“

Europaweit gab es ein großes Nord-Süd-Gefälle: Ausgaben für unternehmerische Aktivitäten lagen in Schweden noch immer bei zwei Drittel verglichen mit Anfang März, in Dänemark bei 55 Prozent. Extrem gestaltete sich die Situation in Spanien, wo die Ausgaben auf ein Drittel zusammengeschrumpft sind. In Irland gaben Unternehmen noch 40 Prozent und in Großbritannien noch ein Drittel der Ausgangswerte von Anfang März aus.

Für die Auswertung hat Pleo europaweit Daten von 8.000 Kunden berücksichtigt.

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