Reputationsmanagment in Corona-Zeiten gefragt

In Zeiten von Corona dürften viele Geschäfte wenig Zeit haben, sich um ihr Reputationsmanagment zu kümmern – zumal Google die Möglichkeiten für Rezensionen eingeschränkt hat. Das Street Fight-Magazin befragte im März dennoch einige Experten, wo ihrer Meinung nach für klassische Geschäfte hier die Prioritäten liegen sollten.

Dabei wurde Google My Business zumindest für die USA klar als wichtigste Plattform für den Unternehmensauftritt identifiziert, deutlich abgeschlagen folgten Yelp, TripAdvisor und Facebook. Signifikant für den Erfolg seien aber auch Special-Interest-Portale, die in der vom eigenen Unternehmen bedienten Nische zu Hause sind. Yelp wurde vor allem deshalb als bedeutende Plattform angesehen, weil die dort abgegebenen Bewertungen zusätzlich an Apple Maps und Suchmaschinen außerhalb des Google-Monopols durchgereicht werden.

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Fake-Reviews immer problematischer

Unter den Entwicklungen der vergangenen zwölf Monate stachen für die Experten einige hervor. Die Zunahme von Fake-Reviews führe dazu, dass Konsumenten mehr Bewertungen auch lesen und verstärkt unterschiedliche Plattformen für einen Abgleich nutzen. Zudem sind für die überwiegende Mehrheit Meinungen, die älter als drei Monate sind, nicht mehr relevant. Neue Google-Features wie die Sortierung der Reviews nach Thematik, die Vielfalt an Meinungsplattformen sowie der Ausbau des Frage- und Antwortsystems bei Google sorgten für zusätzliche Herausforderungen.

Covid-19 eher als Treiber

Durch den Einfluss von Covid-19 sehen die meisten nach dem offiziellen Beginn der Pandemie befragten Experten das Reputationsmanagment künftig noch an Bedeutung gewinnen, da gerade die jetzt in die Krise geratenen Firmen auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen sind. Gerade bei der Anpassung der Services und Liefermodelle an die aktuellen Gegegenheiten seien Verbraucher-Feedback und -Reviews entscheidend, um beurteilen zu können, wie die Maßnahmen außen ankommen. Zusätzlich werden in den nächsten zwölf Monate striktere Maßnahmen gegen Spam erwartet, der ein immer größeres Problem wird. Miles Anderson von BrightLocal wies zusätzlich darauf hin, dass nur die wenigsten Firmen Reviews nutzen, um Klickzahlen, Anrufe oder Conversions zu generieren, was eine verpasste Gelegenheit wäre.

Als wichtigste Prioritäten beim Reputationsmanagement identifizierten die Experten die Antwort auf negative Reviews, den Einsatz der Reviewinhalte für Optimierungen im eigenen Geschäft, das Lesen der Nutzerbeiträge sowie die Bitte um First-Party-Reviews. „The State of Reputation Management 2020“ kann hier gelesen werden.