Deutsche Unternehmen setzen auf bestimmte Formen von KI

Regelbasierte Systeme, Process Robotics, Machine Learning – Künstliche Intelligenz (KI) bekommt im Einsatz viele verschiedene Gesichter. Davon werden nicht alle gleichermaßen in Deutschland verwendet, so eine Deloitte-Studie.

Welche KI-Technologien setzen Unternehmen aktuell ein? Welche Strategien zur Implementierung verfolgen sie? Und wo sehen sie die größten Herausforderungen? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu bekommen, hat Deloitte für die KI-Studie 2019 weltweit KI-Verantwortliche befragt, darunter 100 Entscheider aus deutschen Unternehmen. Dabei zeigte sich, dass hierzulande alle Varianten von KI-Technologie zum Einsatz kommen – allerdings mit stark variierenden Verbreitungsgraden.

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Deutschland bei Process Robotics führend

So sind laut der Studie die am meisten genutzten Variationen Künstlicher Intelligenz Process Robotics und Regelbasierte Systeme, die in jeweils 67 Prozent der befragten Unternehmen genutzt werden. Zudem wollen etwa weitere 30 Prozent sie verwenden. Beim Process Robotics ist die Bundesrepublik sogar weltweit führend: In den Vergleichsmärkten (USA, UK, China, Frankreich, Kanada, Australien) nutzen lediglich 49 Prozent der Firmen diese Technologie.

Die Umsetzung von KI-Projekten erfolgt in den befragten Unternehmen dabei überwiegend im Zusammenspiel externer Spezialisten und interner Ressourcen. Nur 15 Prozent der Studienteilnehmer implementieren KI primär mit firmeneigenen Kräften. Künstliche Intelligenz wird mehrheitlich eingekauft: Der Anteil der Unternehmen, die KI „as a Service“ einsetzen, liegt laut Studie bei 65 Prozent. In den Vergleichsmärkten (USA, UK, China, Frankreich, Kanada, Australien) sind es derzeit nur knapp die Hälfte, die diesen Ansatz verfolgen. Daneben setzen 61 Prozent der deutschen Firmen auf Unternehmenssoftware mit integrierter AI, wie sie von den großen Tech-Firmen angeboten wird.

Ganzheitliche Unternehmenssicht fehlt

Künstliche Intelligenz wird in Deutschland bisher überwiegend auf Abteilungsebene umgesetzt, oft fehlt eine gesamtheitliche Unternehmenssicht auf das Thema. So verfügen erst 26 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen über eine umfassende, detaillierte und unternehmensweite KI-Strategie. Hier sind viele ausländische Firmen bereits weiter, in den Vergleichsmärkten haben 35 Prozent eine derartige Strategie etabliert. Hierzulande verfolgen in 43 Prozent der befragten Unternehmen die Abteilungen eigene Strategien zur KI-Einführung, die aber auf unternehmensweiten Vorgaben basieren. Bei weiteren 27 Prozent setzen die Abteilungen auf eigene Strategien ohne solche Vorgaben. Und vier Prozent der Unternehmen verzichten gänzlich auf eine KI-Strategie, sie beschränken sich auf Ad-hoc-Maßnahmen auf Abteilungsebene oder darunter.

„Der KI-Standort Deutschland ist eindeutig noch nicht ‚abgehängt‘“, erklärt Milan Sallab, Partner und Leiter Technology Sector bei Deloitte. „Deutsche Unternehmen haben den Mehrwert von Künstlicher Intelligenz für die eigenen Produkte und Dienstleistungen, aber auch für interne Abläufe erkannt und sind die ersten Schritte erfolgreich gegangen.“

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