AppsFlyer: Ad Fraud bei App-Installationen erneut gestiegen

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Der Anbieter von mobilen Attributions- und Marketinganalysen AppsFlyer hat die diesjährige Ausgabe seines „State of Mobile Fraud Reports” veröffentlicht. Laut dem Bericht lag der Schaden durch Anzeigenbetrug bei der App-Installation im ersten Halbjahr 2019 bei 2,3 Milliarden Dollar.

„Wir bezeichnen Ad Fraud häufig als Katz- und Mausspiel. Auch nach den massiven Bot-Angriffen im Sommer 2018 haben die Schutzlösungen Wege gefunden, den Angriffen entgegenzuwirken”, sagt Ben Jeger, Managing Director Central Europe bei AppsFlyer. „Doch seit April 2019 beobachten wir einen neuen Anstieg: Der App-Installations-Betrug hat sich von Device Farms mit reellen Geräten hin zu Geräteemulatoren sowie hochentwickelten Bots und anderen Systemen entwickelt, die zu unbegrenzter Skalierbarkeit fähig sind. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit der Betrüger nimmt zu –  passten sich diese 2018 in ein bis zwei Monaten an, schaffen sie das heute in zwei bis drei Tagen.“

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Der Report führt mehrere Trends im Ad Fraud-Bereich auf: So werden derzeit 22,6 Prozent der weltweit nicht-organisch heruntergeladenen Apps als betrügerisch eingestuft. Zudem waren 2,1 Prozent der In-App-Einkäufe im 2. Quartal 2019 betrügerischer Herkunft, was einem zehnfachen Anstieg gegenüber dem ersten Quartal entspricht. Plattformübergreifend weist mehr als eine von vier Apps ein ernstes Ad-Fraud-Problem mit einer Rate von über 20 Prozent auf.

Im Vergleich zeigt sich, dass iOS von Apple weitaus weniger anfällig für Ad Fraud ist. Nicht nur ist der Betrug auf Android mehr als sechsmal so hoch wie auf iOS, auch der Aufwärtstrend ist viel ausgeprägter. 80 Prozent der betrügerischen App-Installationen auf Android sind auf Bots zurückzuführen. 85 Prozent der betrügerischen Installationen auf iOS sind ein Ergebnis von Click Flooding: In der Hoffnung, sich den letzten Klick vor App-Installation zu sichern, versenden Netzwerke eine große Anzahl von betrügerischen Klicks.

Am stärksten betroffene Branchen

Der Bericht, der die Apps nach Branchen segmentiert, ergab, dass die Finanzbranche aufgrund der hohen Auszahlungen und ihrer Position als drittgrößte App-Kategorie am stärksten betrugsanfällig ist. Obwohl kein Markt gegen Betrug immun ist, betont der Bericht, dass Betrüger dazu neigen, hochskalige Wachstumsmärkte zu bevorzugen. Werbeausgaben von Finanz-Apps in Höhe von 750 Millionen Dollar sind durch Betrug bei der App-Installation gefährdet, wobei Vietnam, Indonesien und Indien zu den am stärksten betroffenen Ländern gehören. Auch die westeuropäischen Länder, insbesondere Deutschland, Großbritannien und Spanien, waren Ziel der Angriffe.

Kampagnen für Reise-Apps wurden in Indonesien, Indien und Südkorea, aber auch in Saudi-Arabien und Frankreich angegriffen. In Brasilien, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Südostasien und Indien waren Shopping-Apps stark betroffen.

Über die Studie

Der „2019 State of Mobile Fraud Report” hat 2,5 Milliarden nicht-organische App-Installationen bei 9.500 Apps zwischen Januar und Juni 2019 analysiert.

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