Galeria 2.0: Alles neu ab Oktober?

Galeria Karstadt Kaufhof wurde von der Corona-Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogen. Die ohnehin gravierenden Probleme der Warenhauskette verstärkten sich weiter. Im Oktober wagt das Unternehmen einen Neustart mit einem komplett modernisierten Konzept, dem die bisherigen Traditionsmarken eher im Weg stehen.

Das Plakat an der Fassade der Hagener Filiale dürfte eher der neuen Marke entsprechend als das Logo obendrüber (Von Klaus Bärwinkel, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79776072)

Wie Galeria Karstadt Kaufhof-Vorstandschef Miguel Müllenbach gegenüber dem „Handelsblatt“ erklärte, wird künftig auf eine einheitliche Marke gesetzt. Angesichts des Konzeptnamens Galeria 2.0 und der Tatsache, dass der Begriff bereits den Onlineauftritt des Unternehmens prägt, handelt es sich dabei mit ziemlicher Sicherheit um „Galeria“. „Karstadt“ und „Kaufhof“ werden vermutlich nach und nach verschwinden.

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Galeria Karstadt Kaufhof will in den nächsten Jahren insgesamt ca. 600 Millionen Euro für die Umstrukturierung ausgeben. Etwa 400 Millionen Euro sollen in den Filialumbau und etwa 100 Millionen Euro in den E-Commerce fließen. Müllenbach hat die Vision, dass die derzeit 131 Standorte zum „vernetzten Herz der Innenstadt“ werden. Aktuell ist geplant, ungefähr 50 bis 60 von ihnen komplett neu aufzustellen und die restlichen zumindest teilweise umzubauen.

Drei Filialtypen je nach Lage

Insgesamt soll es drei Typen von Filialen geben – das Weltstadthaus, den regionalen Magneten und das lokale Forum, die jeweils präzise auf ihren Standort abgestimmt sind. Die Pilotfilialen entstehen in Frankurt/Main („Weltstadthaus“), Kassel („regionaler Magnet“) sowie Kleve („lokales Forum“). Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ erläutert Müllenbach allerdings lediglich die künftige Struktur der Kasseler Filiale.

Dort verzichtet Galeria Karstadt Kaufhof auf mehr als 1.000 Quadratmeter der bisherigen Verkaufsfläche und rückt regionale Produkte sowie Dienstleistungen in den Mittelpunkt. Die Stadt selbst richtet in den Geschäftsräumen Schalter für Bürgerdienste ein, im Parkhaus werden Fahrräder repariert und Elektrofahrzeuge geladen. Zusätzlich entsteht ein Pop-Up-Museum rund um die Gebrüder Grimm, die einen Großteil ihrer Arbeit in Kassel verrichteten.

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