Virtual und Augmented Reality im Aufwind

Sowohl Virtual Reality (VR) als auch Augmented Reality (AR) werden immer stärker ein Teil der Lebenswirklichkeit der Deutschen, wie eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom belegt. Es verwundert also kaum, dass Größen wie QVC, Apple, Facebook und Amazon weiter oder sogar erstmals in die Technologie investieren.

In seiner Trendstudie „Zukunft der Consumer Technology“ konnte der Bitkom ermitteln, dass derzeit jeder siebte Bundesbürger ab 16 Jahren zumindest hin und wieder eine Virtual-Reality-Brille aufsetzt. Weitere 37 Prozent haben dies noch vor. Bei den Inhalten steht aktuell neben Videospielen das virtuelle Verreisen im Fokus.

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Im Bereich der Augmented Reality hatten 13 Prozent der Befragten entsprechende Anwendungen schon einmal mit ihrem Smartphone ausprobiert. Im vergangenen Jahr gaben dies erst sieben Prozent an. Ein Drittel hält die Technologie für interessant genug, um sie künftig einmal zu testen. Wichtigste Anwendungsbereiche sind dabei Games (55 Prozent) und Videofilter (54 Prozent). Jeder dritte AR-Nutzer hat sich darüber auch schon einmal auf Reisen orientiert. Jeder Fünfte stellte sich Möbel virtuell in die Wohnung, 18 Prozent verwendeten Bildungs- und Lernprojekte.

Virtuelle Möbel

Das Aufstellen von Möbeln rein mit dem Smartphone erleichtert Amazon nun in den USA: Mit dem Augmented-Reality-Tool Room Decorator lassen sich auf iPhones gleich mehrere Produkte virtuell in der Wohnung platzieren. Die dabei entstehenden Szenarien lassen sich speichern und somit auch außerhalb der eigenen vier Wände betrachten. Tausende Möbelstücke, die bei Amazon direkt oder von Drittanbietern auf dem Marktplatz angeboten werden, sollen sich dafür nutzen lassen. Amazon bietet seit 2017 AR-Funktionen in seinen Apps.

Facebook mit Account-Pflicht

Facebook bastelt derweil weiter an seinem Social-VR-Spielplatz Horizon, in dem die Nutzer eigene Welten erschaffen und/oder mit Freunden erforschen können. In den nächsten Wochen soll der Betatest in den USA starten, wobei die Überwachungsmöglichkeiten derzeit für ein paar Diskussionen sorgen. Deutlich stärker wird allerdings darüber debattiert, dass Nutzer der Oculus-Headsets künftig nicht mehr um einen Facebook-Account herumkommen, wenn sie Inhalte aus dem zugehörigen Store herunterladen wollen.

Neuer Zukauf bei Apple

Apple hat derweil das VR-Start-up Spaces erworben. Das von DreamWorks Animation ausgekoppelte Unternehmen hatte ursprünglich location-basierte VR-Erlebnisse produziert, sich angesichts der Pandemie aber zuletzt auf ein VR-Add-On für Videokonferenzen konzentriert, mit dem Nutzer als animierter Avatar teilnehmen können. Welche Funktion das Unternehmen nun bei Apple übernehmen wird, ist aktuell unklar. Apple hatte zuletzt mehrere Firmen aus dem AR-/VR-Bereich übernommen – vermutlich, um die Entwicklung seines ersten Headsets für diesen Bereich voranzutreiben.

QVC sendet „virtuell“

Eines der virtuellen QVC-Sets (Bild: QVC)

Wie schwierig die Unterscheidung zwischen AR und VR sein kann, beweist QVC. Der Einkaufssender sendet ab sofort bis zu vier Stunden täglich aus einem virtuellen Set, das per Knopfdruck an das jeweils präsentierte Produkt angepasst wird. Die via Computersimulation künstlich erzeugte Wirklichkeit bezeichnet QVC dabei als Virtual Reality. Da die Moderatoren in einem speziell eingerichteten Studio vor einem Greenscreen agieren, ist die Lösung aber eher eine Erweiterung der Wirklichkeit – also Augmented Reality. Dennoch zeigt sie gut, wie sich mit digitalen Mitteln die passende Verkaufsumgebung schaffen lässt.