„Mit der Generation Z ändert sich alles und nichts“

Die SuisseEMEX gilt als das bedeutendste Schweizer Branchen-Event für Innovationen, Trends und Lösungen aus der Digital- und Marketing-Szene. Geschäftsführerin und Gründerin Ewa Ming erklärt, wohin sich das Marketing entwickelt.

GFM Nachrichten: Frau Ming, als Geschäftsführerin der SuisseEMEX haben Sie tiefe Einblicke in die Marketing-Branche. Was treibt das Marketing derzeit um?

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Ewa Ming: Was wir sehen, ist, dass sich die Marketing-Abteilungen derzeit intensiv mit der kommenden Generation, der sogenannten Generation Z, beschäftigen. Hier steht die Frage im Mittelpunkt, wie junge Menschen heute Kommunikation erleben. Wir haben festgestellt, dass althergebrachte Formate inzwischen kaum mehr Reaktionen hervorrufen. Eine Entwicklung, die sich die Branche übrigens länger schön geredet hat, als gut für sie war.

GFM Nachrichten: Die Marketing-Abteilungen haben also den Generationenwechsel verschlafen?

Ewa Ming: Natürlich nicht alle. Im „Futurize M“ Kongress haben wir zahlreiche Fallbeispiele gesammelt, die zeigen, wie man heute die junge Generation erreicht. Sei es die Versicherung, die sich mit Hilfe eines bekannten DJs den Sound der Jugend in die Marke holt, oder die Sportmarke, die sich und ihre Produkte mit Events neu inszeniert. Ansätze gibt es viele. Das Echo aus der Branche zeigt aber auch, dass es einen Generation Gap gibt, der überbrückt werden muss.

GFM Nachrichten: Was verändert sich denn genau durch diesen Abstand zwischen den Generationen?

Ewa Ming: Eigentlich alles. Und gleichzeitig nichts. Wie schon gesagt, die alten Formate funktionieren nicht mehr und Marken sind auf der Suche nach neuen Wegen, ihre Zielgruppen zu erreichen. Aber dahinter steckt nichts anderes als die Frage: Wie erreiche ich meine Kunden? Und das ist ja seit jeher der Kern des Marketing. Dem Thema „Kunden finden und gewinnen“ widmen wir daher auch den ersten Tag unserer Konferenz. Am zweiten Tag dreht sich dann alles um die Kundenpflege.

GFM Nachrichten: Mit Blick auf die verschiedenen Marketing-Kanäle – wo tut sich gerade am meisten?

Ewa Ming: In unserer Ausstellung bemerken wir große Bewegungen im Retail, wo wir viele Display- und Digital Signage-Lösungen finden, die eine neue Brand Experience vermitteln. POS-Marketing ist zwar alles andere als neu, es wird aber gerade wiederentdeckt dank der vielen neuen digitalen Möglichkeiten. Dabei stellen wir auch fest, dass hier der Trend zur Haptik geht – Verbraucher wollen Dinge ausprobieren und anfassen und nicht bloß sehen. Auch wir selbst haben uns daran orientiert, weswegen wir in diesem Jahr zum ersten Mal geführte Retail-Touren durch Zürich anbieten. Dabei geht es uns darum, dass die Teilnehmer das live im Einsatz sehen können, worüber in der Konferenz geredet und was auf der Messe gezeigt wird. Und auch in unserem Live Lab dreht sich alles um die Erfahrung, in diesem Fall aus der Sicht der Generation Z.

GFM Nachrichten: Gibt es denn große Unterschiede zwischen Verbrauchern in der Schweiz und in Deutschland?

Ewa Ming: Das lässt sich pauschal kaum feststellen. In gewissen Branchen gibt es merkliche Unterschiede, in anderen nicht. Allgemein kann man aber sagen, dass der Schweizer Kunde sehr verwöhnt ist, was Service und Angebote anbelangt. Das geht auch auf die spürbare Zunahme des Onlinehandels zurück, die natürlich auch an der Schweiz nicht vorbei geht. Besonders Shopping Center versuchen derzeit, Lösungen hierfür zu finden. Aber in Deutschland scheint die Situation aktuell ja nicht anders zu sein.

Informationen zu Messe und Kongress finden Sie unter www.suisse-emex.ch

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