idealo baut sein Geschäftsmodell aus und startet mit idealo Ads ein eigenes Vermarktungsangebot. Die Preisvergleichsplattform will Werbung dort platzieren, wo Kunden Produkte, Preise und Anbieter noch aktiv gegeneinander abwägen.

Mit dem neuen Angebot führt idealo den Begriff „Decision Media“ ein. Gemeint ist damit eine Ausprägung von Retail Media, die nicht erst im Shop oder auf einem Marktplatz ansetzt, sondern in der Vergleichsphase vor der Kaufentscheidung. Für idealo ist das ein naheliegender Schritt: Die Plattform wird von Kunden genutzt, die bereits ein konkretes Interesse an einem Produkt haben, aber noch nicht entschieden haben, bei welchem Händler sie kaufen.
Zum Start kombiniert idealo Ads mehrere Werbeformate. Dazu gehören Platzierungen auf der Startseite der Website und App sowie performanceorientierte Anzeigen wie Sponsored Products und Sponsored Offers. Diese können unter anderem auf Suchergebnis- und Kategorieseiten sowie im Umfeld der Angebotslisten erscheinen. Entscheidend ist dabei die Trennung vom eigentlichen Preisvergleich: Nach Angaben des Unternehmens werden gesponserte Inhalte klar gekennzeichnet und sollen keinen Einfluss auf die organische Sortierung innerhalb der Angebotsseite haben.
Abgrenzung von klassischem Retail Media
Der Schritt fällt in einen Markt, der stark wächst, aber für Werbetreibende zunehmend unübersichtlich wird. Retail Media hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Teil des digitalen Werbemarkts entwickelt, weil Händler und Plattformen eigene Reichweiten, Produktdaten und Kaufabsichten vermarkten können. Gleichzeitig entstehen viele voneinander getrennte Angebote. Marken und Händler müssen daher prüfen, welche Plattformen tatsächlich relevante Reichweite liefern und an welcher Stelle der Kaufentscheidung sie sichtbar werden.
idealo versucht sich hier bewusst von klassischen Retail-Media-Netzwerken abzugrenzen. Viele Angebote setzen innerhalb eines bestimmten Shop- oder Marktplatzumfelds an. Dort ist der Kunde häufig schon näher an einer Kaufentscheidung für eine bestimmte Plattform. idealo positioniert sich dagegen als Umfeld, in dem mehrere Händler und Angebote noch direkt miteinander konkurrieren. Das kann für Werbekunden interessant sein, erhöht aber auch die Anforderungen an Transparenz, Kennzeichnung und Messbarkeit.
Zunächst startet idealo Ads als betreuter Service mit ausgewählten Marken und Handelspartnern in Deutschland. Im Sommer soll eine Self-Service-Plattform folgen, die den Zugang breiter öffnet. Perspektivisch ist auch eine Ausweitung auf weitere europäische Märkte geplant, in denen idealo bereits aktiv ist.















