Nachnutzung von Warenhäusern unter der Lupe

Mit ihrem vergleichsweise riesigen Sortiment lockten Warenhäuser früher die Kunden scharenweise in die deutschen Innenstädte. Doch der Onlinehandel und das veränderte Konsumverhalten führten dazu, dass allein in den vergangenen zehn Jahren 52 von ihnen schließen mussten. PwC Deutschland hat nun einmal untersucht, wie erfolgreich die dadurch frei gewordenen Immobilien weiter genutzt werden konnten.

Dabei zeigte sich, dass vor allem zwei Nachnutzungskonzepte präferiert wurden: die solitäre Einzelhandelsnachnutzung und das Mixed-Used-Konzept. Ein neues Warenhaus kam dagegen nirgendwo hinzu. In insgesamt 23 Fällen wurde versucht, die Gebäude rein durch den stationären Einzelhandel wieder zu beleben. Die Ansiedlung war allerdings selten erfolgreich, da 13 der Häuser inzwischen erneut geschlossen sind. Nicht wirklich betroffen waren lediglich die komplett neu gebauten Shopping-Center.

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Mixed Use erfolgreich

Deutlich besser läuft es für die Mixed-Used-Konzepte, die an 24 Standorten eingesetzt werden, wobei kein einziger bislang geschlossen werden musste. In etwa 60 Prozent der analysierten Immobilien wurden zwei bis drei verschiedene Nutzungsarten kombiniert, meistens aus den Top-Nutzungssegmenten Einzelhandel (79 Prozent), Büro (58 Prozent) und Wohnen (46 Prozent). Durch die so diversifizierte Einnahmenstruktur können sich die Immobilien auch in Krisenzeiten finanzieren.

Bei den verschiedenen Mixed-Used-Konzepten hat sich vor allem eine bauliche Zusammensetzung als typisch erwiesen: Im Erdgeschoss werden auf Einzelhandelsflächen Drogerieketten oder kleinere Filialen fortgeführt, die bereits während der früheren Nutzung Bestand hatten. In den darüber liegenden Stockwerken konnte die Studie eine überproportional häufige Beimischung von Büroflächen und Wohnungen identifizieren.

Bauarbeiter gefragt

Ohne bauliche Maßnahme ließen sich nur 14 Prozent der Warenhaus-Immobilien weiter betreiben, vor allem, weil die anderen den aktuellen Baustandards meist nicht mehr genügten und mit ihrer besonderen Architektur für Herausforderungen sorgten. Knapp über die Hälfte wurde deshalb umgebaut, bei 30 Prozent kam für die Betreiber sogar nur ein Neubau in Frage. Vier Prozent der Immobilien blieben komplett leer.

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