Konsumenten stark an Reduzierung der Warteschlange interessiert

Gerade bei kleineren Einkäufen sind Konsumenten recht ungeduldig und möchten so wenig Zeit wie möglich in Warteschlangen verbringen. Deshalb verwundert es auch kaum, dass Selbstbedienungs- und Self-Scanning-Lösungen bei ihnen auf einiges Interesse stoßen, wie die aktuelle „Retail of the Future – Consumer Insights“-Studie des IFH Köln in Zusammenarbeit mit Capgemini bestätigt.

Laut dieser sind 89 bzw. 85 Prozent der Verbraucher im Lebensmitteleinzelhandel nicht bereit, länger als fünf Minuten an der Kasse zu stehen, wenn sie nur wenige Artikel im Warenkorb haben oder vergleichsweise wenig los ist. Bei 45 bzw. 40 Prozent ist es mit der Toleranz sogar schon nacht drei Minuten vorbei. Bei regem Geschäftsbetrieb oder dem großen Wocheneinkauf ist dies anders: Hier ertragen lediglich 38 bzw. 36 Prozent keine Wartezeiten von über fünf Minuten – und mehr als drei Minuten halten jeweils nur sieben Prozent nicht durch. Bei so ziemlich allen Einkäufen zeigen sich die 30- bis 39-Jährigen am ungeduldigsten, wobei sich in ihnen bei einem gering gefüllten Warenkorb noch die 60- bis 69-Jährigen hinzugesellen.

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Neue Services für den Checkout gefragt

Das Interesse an digitalen POS-Lösungen konzentriert sich deshalb stark auf Technologien, die in diesem Bereich Abhilfe schaffen. Zwar erobert keine allein die Spitze (die sich elektronische Preisschilder mit 61 Prozent leichtes bzw. starkes Interesse sichern), bei den acht bestplatzierten Lösungen beschäftigen sich aber vier mit der Verbesserung des Checkouts. So halten 22 Prozent Selbstbedienungskassen für sehr und 27 Prozent für etwas interessant (gesamt: 49 Prozent). Intelligente Kassensysteme (48 Prozent), das Self-Scanning per Handscanner (40 Prozent) und das Mobile Self Scanning (32 Prozent) stoßen ebenfalls auf eine gewisse Zustimmung. Recht häufig genannt wurden zudem Service Terminals (46 Prozent), Produktscans (37 Prozent) sowie Click&Collect (37 Prozent).

Junge wollen modern bezahlen

Das Interesse an neuen Bezahltechnologien nimmt dabei mit dem Alter der Befragten erwartungsgemäß kontinuierlich ab. So können sich 58 Prozent der 16- bis 29-Jährigen zumindest ein wenig für Selbstbedienungskassen begeistern, bei den 60- bis 69-Jährigen sind es gerade noch einmal 31 Prozent. Am stärksten ist die Differenz beim Mobile Self-Scanning ausgeprägt, wo 48 Prozent der 16- bis 29-Jährigen auf 15 Prozent der 60- bis 69-Jährigen treffen. Bei weiteren Lösungen zeigt sich teils ein ganz anderes Bild: An elektronischen Preisschildern sind mit 66 Prozent sogar mehr 60- bis 69-Jährige interessiert als 16- bis 29-Jährige (57 Prozent).

Den größten Störfaktor im Lebensmitteleinzelhandel hat man aber selbst nach Einsatz all solcher Maßnahmen noch nicht unbedingt beseitigt: Ganze 77 Prozent der Konsumenten lassen sich von mangelnder Sauberkeit im Laden frustrieren. Erst dann folgen Aspekte wie Vordrängeln an den Kassen (74 Prozent) oder zu wenige geöffnete Kassen.

Über die Studie

Für die Studie „Retail of the Future – Consumer Insights“ wurden im Oktober 2019 500 Konsumenten onlinerepräsentativ befragt. Dabei achteten das EHI Köln und Capgemini Research auf eine gleichmäßige Verteilung hinsichtlich Alter, Bundesland und Geschlecht. Die Studie lässt sich hier als PDF herunterladen.

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