Händler nutzen Datenpotential nicht aus

Einzelhändler und Konsumgüterhersteller, die stark auf Daten vertrauen, können sich wesentlich leichter an aktuelle Marktbedürfnisse und Kundenwünsche anpassen. Allerdings sind weltweit gerade einmal 16 Prozent der Hersteller und sechs Prozent der Händler wahre Meister im Umgang mit Daten, wie eine neue Studie von Capgemini zeigt.

Dabei gibt es klare Vorteile einer solchen Qualifizierung. Firmen, die den höchsten Reifegrad bei der Datennutzung haben, erzielen durchschnittlich 30 Prozent höhere Gewinne als vergleichbare Konkurrenten. 73 Prozent von ihnen können benennen, welchen Wertbeitrag die Daten leisten. 62 Prozent sind in der Lage, ihre KI- und Analysekonzepte je nach Bedarf zu skalieren. Der Großteil der Unternehmen (Hersteller: 75 Prozent / Händler: 83 Prozent) gehört allerdings noch zu den „Daten-Nachzüglern“.

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Fachwissen gesucht

Dies liegt stark an fehlenden Fachkräften innerhalb der Organisation, aber auch abgeschottete Datensilos, mangelndes Vertrauen in die Daten oder Datenschutzregeln stellen je mehr als die Hälfte der Unternehmen vor Probleme. Als Gegenmaßnahmen werden die Förderung einer datengestützten Unternehmenskultur, die Bereitstellung von Daten an den Bedarfspunkten, die Modernisierung der Datenplattform, eine Datenethik und -steuerung für erhöhtes Vertrauen sowie die Anbindung an externe Datenökosysteme empfohlen.

Neue Services dank Daten

Insgesamt konnten 31 Prozent der Konsumgüterhersteller und 38 Prozent der Einzelhändler trotz der Hürden Produkte bzw. Services dank des Einsatzes von Daten einführen. Der Sportbekleidungshersteller Odlo nutzt beispielsweise nun ein Planungs-Tool, das alle Daten seiner Lieferanten mit Informationen zur Nachfrage vor Ort verbindet. Der Möbelriese Ikea identifiziert den besten nahegelegenen Standort, an dem zurückgegebene Artikel wieder verkauft oder zumindest recycelt werden können. Der Schokoladenhersteller The Hershey Co. entdeckte einen deutlichen Zusammenhang beim Absatz seiner S’mores-Zutaten mit Regionen, die stark von Covid betroffen waren. So konnte er seine Verkaufsteams anweisen, sich stärker auf diese Märkte zu konzentrieren, und Medienausgaben entsprechend umschichten.

Die Studie verweist zusätzlich auf eine Zusammenarbeit zwischen der Japan Weather Association und der Stadtverwaltung von Fukuoka. In einem gemeinsam mit Händlern durchgeführten Testlauf wurden Korrelationen zwischen Wetterinformationen und der Nachfrage der Verbraucher nach bestimmten Produkten festgestellt. Eine darauf basierende Prognose für den Absatz von 660 Artikeln führte in einem der teilnehmenden Geschäfte zu ca. 15 Prozent weniger weggeworfenen Artikeln und einem Anstieg der Verkaufserlöse um 12,3 Prozent.

Über die Studie

Die komplette englischsprachige Studie „The Age of Insight: How Consumer Product and Retail Organizations can accelerate Value Capture from Data“ kann hier heruntergeladen werden.

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