Apple-Gebühren als Zankapfel

Die App-Stores von Apple (und in geringerem Maße Google) stehen aufgrund der verlangten Gebühren derzeit gleich von mehreren Seiten unter Beschuss. So legt sich zum einen der Spielepublisher Epic Games direkt mit den beiden Giganten an, zum anderen fühlt sich Facebook bei der Einführung bezahlter Events behindert.

Das soziale Netzwerk wollte erreichen, dass kleinere Unternehmen nicht die üblichen 30 Prozent an Apple abführen müssen, wenn sie kostenpflichtige Veranstaltungen via Facebook organisieren und abrechnen. Bei den Verhandlungen konnte sich die Firma aber nicht durchsetzen, weshalb sie nun auf iPhones und iPads die Nutzer direkt über die von Apple verlangte Gebühr hinweist. Zumindest in Ländern, in denen der Bezahlservice Facebook Pay verfügbar ist, wird auf Android-Geräten keine zusätzliche Abgabe fällig.

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Epischer Widerstand

Im Streit um „Fortnite“ (Screenshot aus dem Spiel) zückt Epic Games ganz andere Waffen.

Heftiger fällt der Widerstand von Epic Games aus, das mit „Fortnite“ eines der weltweit populärsten Multiplayer-Games betreibt. Der Publisher hatte in dem Spiel eine zusätzliche Bezahloption freigeschaltet, bei der die Umsätze direkt an das Unternehmen gehen, ohne Geld an Apple bzw. Google abzuführen. Da dies gegen die Nutzungsbedingungen verstößt, wurde „Fortnite“ mittlerweile aus den beiden größten App Stores hinausgeworfen.

Android-Besitzer haben dabei immer noch die Möglichkeit, das Spiel aus anderen Quellen zu beziehen und auf neue Versionen zu aktualisieren, Apple bietet allerdings naturgemäß keine solche Option an. Mittlerweile ist der Konflikt zwischen Apple und Epic Games eskaliert: Epic Games hat Klage gegen Apples (und auch Googles) Geschäftspraktiken eingereicht, woraufhin Apple nun (laut Epic) zum 28. August alle Epic-Entwickler-Accounts für iOS und MacOS deaktiviert.

Schlagkräftiger Kontrahent

Epic Games ist in dem Machtstreit kein kleiner Herausforderer. Die Spielefirma liefert mit der Unreal Engine eine der beliebtesten Grundlagen für die Gamesentwicklung, betreibt einen eigenen Games Store (der geringere Gebühren als die Konkurrenz verlangt), ist milliardenschwer und hat die Rückendeckung des chinesischen Giganten Tencent, der 40 Prozent der Anteile hält. Die aktuelle Aktion gegen Apple wurde anscheinend von langer Hand geplant, um eine Veränderung zu erwirken. Epic Games erweist sich PR-seitig nämlich bestens vorbereitet, um dem Image von Apple einen Dämpfer zu verpassen.

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