Hohes Interesse an neuen Technologien

Die Deutschen sind durchaus bereit, sich auf neue Technologien im Arbeitsumfeld einzulassen, wie gleich zwei neue Studien belegen. So zeigen sich 72 Prozent der Unternehmensentscheider und Angestellten offen für beispielsweise Livestreaming, mobile Bezahlsysteme, Chatbots oder Cloud- bzw. KI-Lösungen. Jeder fünfte ist dabei gänzlich von deren Potential für die Weiterentwicklung seines Unternehmens überzeugt.

Knapp sechzig Prozent glauben, dass solche Technologien ihrer Firma künftig helfen werden, zusätzliche Einnahmequellen zu generieren oder neue Geschäftsfelder zu erschließen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Alibaba Group durchführte. Beim Interesse an den Technologien spielte das Alter der Befragten dabei kaum eine Rolle, dafür aber die Größe des Betriebs. In kleineren Unternehmen mit bis zu 19 Mitarbeitern waren 57 Prozent an neuen digitalen Technologien interessiert, bei mehr als 1.000 Mitarbeitern erhöhte sich der Anteil auf 81 Prozent.

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Kaum im Live-Einsatz

Livestreaming zu Vertriebszwecken sowie Cloud-basierte Anwendungen verwenden derzeit allerdings je gerade einmal sechs Prozent der Befragten. Vier Prozent setzen auf KI-gestützte Technologien. Über die Einbindung von Livestreams wird bei 38 Prozent der Befragten nachgedacht, KI-Technologien (34 Prozent) und Cloud-basierte Anwendungen (31 Prozent) folgen mit geringem Abstand. Das größte Interesse erregen mobile Bezahltechnologien, da sich 52 Prozent der Unternehmen mit ihnen beschäftigen.

Etwas höher fallen die Zahlen bei der „Technology Vision“-Studie des Beratungsunternehmens Accenture aus, die sich allerdings in Deutschland auch primär auf die IT- und Business-Entscheider konzentrierte. Sie identifiziert fünf Schlüsseltrends, die Unternehmen in den nächsten drei Jahren angehen müssen.

Schlüsseltrends

Dazu zählen personalisierte Erlebnisse, die die Handlungsfähigkeit und Wahlmöglichkeiten des Einzelnen erweitern. 76 Prozent der in Deutschland Befragten denken, dass Unternehmen in diesem neuen Jahrzehnt nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihre Beziehungen zu ihren Kunden als eine Partnerschaft ausbauen.

Zudem sollten Unternehmen KI zu einem generativen Teil ihrer Prozesse machen, wobei Vertrauen und Transparenz im Fokus stehen. 36 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen nach eigenen Angaben bereits inklusive oder humanzentrierte Ansätze, um die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zu unterstützen.

Herausfordernd wird ebenfalls, dass sich vernetzte Produkte und Dienstleistungen im Prinzip immer in einer Art dauerhaften Betaphase befinden und deshalb regelmäßig Updates erhalten müssen. Zusätzlich „verstecken“ sich Roboter nicht mehr nur in Lagern und Fabrikhallen, sondern treten ins Rampenlicht. Dabei sind sich Führungskräfte uneins, wie gut ihre Mitarbeiter diese Technologie annehmen werden.

Letztendlich ist eine eigene Innovations-DNA gefordert, um die noch nie dagewesene Menge an disruptiver Technologie, wie etwa Distributed Ledger, KI, Extended Reality und Quantencomputing, richtig einzusetzen. Dafür sind laut Accenture neue Wege notwendig, bei deren Beschreiten Partner aus dem Ökosystem oder Dritte helfen können.

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