Facebook-Zählprobleme länger intern bekannt?

Facebook soll angeblich seit Jahren gewusst haben, dass die Kennzahl für die potentielle Reichweite der auf dem sozialen Netzwerk geschalteten Werbekampagnen zumindest für die USA überhöht und irreführend war. Aus diesem Grund reichten einige Vermarkter nun eine geänderte Klage beim District Court in San Francisco ein.

Sie gehen davon aus, dass Facebook sie zum Kauf von Anzeigen und zur Zahlung höherer Preise veranlasst hat, indem es zu hohe Nutzerzahlen suggerierte. Den Stein ins Rollen brachte dabei bereits 2017 unter anderem die Branchenorganisation Video Advertising Bureau, als sie feststellte, dass die Schätzungen von Facebook sogar höher als die Bevölkerungszahl in den einzelnen US-Bundesstaaten lagen.

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In der aktuellen Version ihrer im August 2018 erstmals eingereichten Klage beziehen sich die Vermarkter auf interne Dokumente von Facebook, die belegen sollen, dass dessen Mitarbeiter bereits seit September 2015 von dem Problem wussten, aber nicht angemessen reagiert hätten. Stattdessen wäre verschleiert und vertuscht worden, um nicht extern zugeben zu müssen, dass dies „teilweise auf doppelte und gefälschte Konten zurückzuführen war“.

Nach der Argumentation von Facebook gegenüber dem Gericht handle es sich bei den Reichweiten-Schätzungen allerdings nicht um Garantien – und sie würden auch bei der Abrechnung der Kampagnen keine Rolle spielen.