Online-Lebensmittelmarkt: Amazon Fresh zieht die Preise an

Vor einem Jahr ging Amazon Fresh an den Start. Damals hob sich das Angebot von anderen Lieferdiensten besonders durch günstigere Preise ab. Ein Jahr später – und einen Konkurrenten weniger – zieht Amazon die Preise an.

Im Mai 2017 verglich guenstiger.de in einer Studie die Preise von insgesamt 100 Amazon-Fresh-Produkten mit denen von Rewe und Kaufland. Dabei zeigte sich, dass die Artikel bei Amazon im Schnitt 15 Prozent weniger als bei Rewe und 8 Prozent weniger als bei Kaufland kosteten. In einer Neuauflage der Studie wurde nun untersucht, wie sich die Preise bei Amazon Fresh im Vergleich zur Konkurrenz entwickelten. Die Angebote von Kaufland konnten dabei in diesem Jahr nicht erneut geprüft werden, da das Unternehmen seinen Lieferdienst mittlerweile eingestellt hat – der Service ließe sich laut eigenen Angaben nicht kostendeckend betreiben.

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Beim direkten Vergleich zwischen Rewe und Amazon zeigt sich eine deutliche Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Kosteten die Waren 2017 bei Amazon Fresh im Schnitt 15 Prozent weniger als bei Rewe, ist die Differenz nun auf 4 Prozent geschrumpft. Damals konnte Amazon bei 86 Prozent der Produkte einen niedrigeren Preis als Rewe liefern. Bei der aktuellen Studie schaffte es der Versandriese nur in 54 Prozent der Fälle günstiger als Rewe zu sein. Rewe wiederum konnte im vergangenen Jahr nicht ein einziges Mal Amazon Fresh unterbieten – nun gelang es bei 19 Prozent der Stichproben.

Preise stiegen bei beiden Anbietern

Bei beiden Lieferdiensten sind die Waren im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden, bei Rewe allerdings mit durchschnittlich 5 Prozent nicht ganz so stark wie bei Amazon mit 20 Prozent. Knapp über zwei Drittel der Amazon-Artikel sind teurer geworden, im Schnitt um 32 Prozent. Bei Rewe kostet rund die Hälfte der Produkte mehr. Hier müssen im Schnitt 15 Prozent mehr investiert werden als in 2017. Dagegen sind 22 Prozent des Rewe-Sortimentes jetzt günstiger erhältlich, bei Amazon sind 16 Prozent der Stichproben preiswerter geworden.

„Amazon scheint seine Kampfpreise aus dem Vorjahr nicht halten zu können und verlangt bei zahlreichen Produkten nun mehr Geld“, sagt Nicole Berg, Communications Manager bei guenstiger.de. „Rewe nähert sich auf der anderen Seite durch Preissenkungen an das niedrigere Amazon-Preisniveau an“.

Liefergebühren sind entscheidend

Für den Dienst von Amazon Fresh sind sowohl eine Prime-Mitgliedschaftsgebühr von 69 Euro jährlich als auch monatliche Kosten von 9,99 zu zahlen, was 15,74 Euro im Monat ergibt. Damit kann unbegrenzt kostenfrei eingekauft werden, vorausgesetzt ein Mindestbestellwert von 40 Euro wird erreicht.

Anders sieht es da beim Lieferservice von Rewe aus. Erst kürzlich wurden hier neue Lieferflat-Optionen eingeführt, die sich anhand der Liefertage und Laufzeit bemessen, sodass monatliche Gebühren zwischen 5,83 Euro und 9,99 Euro anfallen (ebenfalls bei einem Mindestbestellwert von 40 Euro). Ohne Flat belaufen sich die Kosten pro Bestellung auf bis zu 5,90 Euro, wobei ab einem Warenkorb von 120 Euro der Versand in bestimmten Lieferfenstern umsonst ist.

„Aus Sicht der Versandkosten empfiehlt sich der Rewe-Lieferservice ohne Flat für Verbraucher, die ein- oder mehrmals im Monat eine Großbestellung tätigen“, so Berg. „Die Rewe-Lieferflat eignet sich für Vielbesteller und bietet eine preisgünstigere Alternative zum monatlichen Gebührenmodell von Amazon Fresh.“

Über die Studie

Für die Untersuchung verglich guenstiger.de im Mai 2017 100 Produkte aus den Bereichen Obst, Gemüse, Kühlprodukte, Tiefkühlprodukte, Süßwaren, Alkohol, Getränke, Drogerieartikel, Haushalts- und Tierbedarf bei Amazon Fresh mit den Onlinepreisen von Rewe und Kaufland. Von den 100 untersuchten Produkten aus 2017 waren im Mai 2018 noch 69 bei Amazon Fresh und Rewe verfügbar und wurden erneut miteinander verglichen. Die Preisdaten wurden am 16. Mai 2018 im Postleitzahlbereich 10115 Berlin erhoben.

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