Deutschland: Biometrische Bezahlung populärer als Mobile Payment

Weltweit sind die meisten Verbraucher durchaus bereit, sich ihr Einkaufserlebnis durch innovative Technologien verbessern zu lassen. Dabei liegen die Deutschen in fast allen Aspekten unter dem Durchschnitt – was sich auf ein Henne-Ei-Problem zurückführen lassen dürfte. Immerhin schwören aber nur noch 13 Prozent von ihnen rein auf Bargeld.

Bild: Wirecard.

Biometrische Zahlungsmöglichkeiten stehen dafür hierzulande hoch im Kurs: Beim aktuellen „Wirecard Global Consumer Report“ wollten 42 Prozent der deutschen Befragten, dass diese Option zwecks Verbesserung des Einkaufserlebnisses umgesetzt wird. Hand-, Fingerabdruck- oder Gesichtserkennung verdrängen so Mobile Payment (36 Prozent) auf den zweiten Platz. Damit erreicht die Zustimmung zur Biometrie fast das globale Niveau (45 Prozent). Bei der Bezahlung via Smartphone & Co. klafft aber eine riesige Lücke, da diese weltweit von 58 Prozent der Befragten zu den wichtigsten Technologien gezählt wird. So verwundert kaum, dass nicht einmal ein Drittel der Deutschen Shops stärker meiden würde, wenn sich Rechnungen dort nicht mittels Mobiltelefon begleichen lassen, während weltweit fast die Hälfte (45 Prozent) nach eigenen Angaben so agiert.

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Als Bezahlmethoden in Läden werden weltweit das klassische Durchziehen der Debit-/Kreditkarte (60 Prozent), kontaktlose Kartenzahlungen (33 Prozent) und Mobile Wallets (30 Prozent) präferiert. Letztere haben dabei einen identischen Stellenwert beim Onlinekauf, bei dem ansonsten die Nutzung einer Payment-Seite (54 Prozent) oder die direkte Eingabe der Kartendaten (43 Prozent) den Vorzug erhalten. In Deutschland nannten nur 13 Prozent der Befragten Mobile Wallets als eine ihrer bevorzugten Bezahlmethoden, in Hongkong waren es dagegen 52 Prozent.

Biometrische Daten steigern Zahlungsbereitschaft

Rund jeder zweite Bundesbürger ist bereit, biometrische Daten für den Einkauf im stationären Geschäft (52 Prozent) bzw. online (53 Prozent) zu verwenden. Global sind es gut zwei Drittel (online: 66 Prozent / Geschäft: 68 Prozent), wobei die Thailänder unter den untersuchten Ländern mit 89 Prozent Zustimmung beim Onlinekauf klar herausstechen. Ohne Autorisierung durch biometrische Daten würden die befragten Konsumenten durchschnittlich 39 Euro ausgeben. Mit erhöht sich die Investitionsbereitschaft deutlich auf durchschnittlich 51 Euro.

„Bildschirm“-Einsatz

Jeder Vierte global gesehen und sogar 28 Prozent der Deutschen halten Virtual und Augmented Reality für eine der wichtigsten Technologien, in die investiert werden sollte. Beim Onlinekauf zeigen sich 61 Prozent (Deutschland: 49 Prozent) in gewissem Maße bzw. sehr interessiert daran, Kleidung vorab in der virtuellen Realität ausprobieren zu können. Ebenso kommen intelligente Spiegel bei 65 Prozent (Deutschland: 51 Prozent) recht gut an. Insgesamt 60 Prozent interessieren sich zumindest etwas für den Einsatz von Virtual Reality im Laden. 72 Prozent hätten aber auch nichts dagegen, wenn sie klassische Bildschirme und Tablets vor Ort verwenden könnten.

Die eigenen Geräte spielen für Konsumenten aber natürlich weiterhin die größte Rolle: 74 Prozent wollen mittels App oder Unternehmenswebseite mehr über die im Geschäft angebotenen Produkte erfahren. Immerhin jeder vierte Deutsche legt die Hälfte seiner stationären Einkäufe gar nicht mehr in den Warenkorb, bevor er sich nicht im Internet über die Produkte informiert hat.

Der Einsatz von Sprachassistenten kann derweil nach Einschätzung von 57 Prozent aller Befragten das Einkaufen erleichtern. 44 Prozent würden sie sogar bereits bei ihren wöchentlichen Einkäufen verwenden.

Über die Studie

Das Umfrage-Institut Vanson Bourne führte die Studie „Wirecard Global Consumer Report“ im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Wirecard im 4. Quartal 2019 durch. Insgesamt wurden 6.000 Konsumenten über 18 Jahren in zehn Ländern ((Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Philippinen, Singapur, Thailand, USA) weltweit befragt.

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