Während Unternehmen verstärkt in Künstliche Intelligenz investieren, stößt ihr Einsatz in der Werbung bei vielen Verbrauchern noch auf Skepsis. 65 Prozent der Deutschen bewerten Werbung, die mithilfe von KI erstellt wurde, negativ. Das geht aus dem erstmals veröffentlichten „DMEXCO Marketing Reality-Check“ hervor, für den Civey im Auftrag der Digitalmesse 1.000 Marketingentscheider und 5.000 Verbraucher befragt hat. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen den Investitionsplänen der Unternehmen und der Wahrnehmung ihrer Kunden.

Für 35 Prozent der Marketingentscheider sind technologische Veränderungen wie KI ein wesentlicher Treiber für Investitionen ins digitale Marketing. Nur die Messbarkeit von Kampagnen erreicht mit 32 Prozent einen ähnlich hohen Wert. Gleichzeitig können mehr als ein Viertel der Befragten keinen wichtigsten KPI für die Steuerung des eigenen Marketingbudgets nennen.
Auch bei der Relevanz von Werbung zeigt die Untersuchung Nachholbedarf. 68 Prozent der Verbraucher empfinden Werbung selten oder nie als persönlich interessant. Bei Produktempfehlungen vertrauen 59 Prozent auf Fach- und Testberichte und 44 Prozent auf Familie und Freunde. Produktbewertungen anderer Nutzer kommen auf 27 Prozent. Suchmaschinenergebnissen vertrauen dagegen nur 13 Prozent, Empfehlungen von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini lediglich sechs Prozent.
Auf Unternehmensseite ist die Bedeutung dieser Systeme ebenfalls noch begrenzt. Bei der Frage, welche Anwendungen sich besonders zur Erreichung von Zielgruppen eignen, liegen Suchmaschinen mit 35 Prozent und Social Media mit 32 Prozent vorn. KI-Anwendungen wie ChatGPT werden lediglich von sieben Prozent genannt.
Die Ergebnisse zeigen damit eine Lücke zwischen technischer Entwicklung und Akzeptanz. KI wird für Unternehmen zunehmend zum Investitionstreiber, doch allein ihr Einsatz sorgt aus Sicht der Verbraucher weder für relevantere Werbung noch automatisch für Vertrauen.















