Ransomware: Angriffe in den USA erstmals rückläufig

In den vergangenen zwölf Monaten hat die Zahl von Ransomware-Angriffen in den USA deutlich abgenommen. Dies könnte u.a. mit der veränderten weltpolitischen Lage, der Konzentration auf größere Fische und einer geringeren Bereitschaft zur Lösegeldzahlung zusammenhängen. Für Europa dürfte es aber keine Entwarnung geben.

Laut einer Umfrage unter 300 US-amerikanischen IT-Entscheidern wurden nur noch ein Viertel der Firmen mit Ransomware attackiert. Dabei handelt es sich um Software, die Daten unlesbar verschlüsselt und daraufhin eine Lösegeldforderung stellt. Um eventuell doch wieder an die Daten heranzukommen, zahlten 68 Prozent der Firmen (vorher: 82 Prozent) den geforderten Betrag – und ignorierten damit die energischen Warnungen der Strafverfolgungsbehörden. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass nun die Folgen klarer werden: Entsprechende Vorfälle sorgten bei 56 Prozent für einen Umsatz- und bei 50 Prozent für einen Kundenverlust. Der Ruf des Unternehmens litt bei 43 Prozent der Befragten.

Der State of Ransomware Report 2022 von Sicherheitsspezialist Delinea zeigt ebenfalls, dass 56 Prozent der Attacken Firmen galten, die mindestens 100 Mitarbeiter beschäftigen. Dennoch sinkt die Bedrohungslage deutlich, was sich in den US-Budgets widerspiegelt. Nachdem im Vorjahr noch 93 Prozent der IT-Entscheider ein spezielles Budget für den Abwehr von Ransomware hatten, waren es nun nur noch 68 Prozent. Auch andere Sicherheitsmaßnahmen werden zurückgefahren oder gar nicht erst implementiert.

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In Europa gehen Sicherheitsexperten eher davon aus, dass die Gefahr durch Ransomware noch zunimmt, zumal die entsprechenden Verbrechergruppen immer stärker zusammenarbeiten. Vieles deutet darauf hin, dass eine entsprechende Attacke gerade erst den Fahrradhersteller Prophete in die Pleite trieb, nachdem der dortige Betrieb mehrere Wochen lang stillstand.

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