Onlineangebote lokaler Geschäfte fehlen aus Kundensicht

Eine neue Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom zeigt noch einmal deutlich, dass sich stationäre Geschäfte nicht mehr auf ihrem Offline-Business ausruhen dürfen. Denn gerade in schwierigen Zeiten vermissen zwei Drittel der Kunden Online-Angebote ihrer lokalen Läden und fürchten sogar noch häufiger um deren Existenz. Doch auch reine E-Commerce-Unternehmen können der Studie interessante Erkenntnisse entnehmen.

Aufgrund der aktuellen Lage fühlen sich Kunden gelegentlich unwohl, wenn sie ein Geschäft betreten. 71 Prozent beobachten öfter, dass sich andere dort nicht an die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln halten. Fast die Hälfte vermisst zudem immer noch Möglichkeiten zur kontaktlosen Bezahlung. In ländlichen Regionen kommt noch ein anderer Grund dazu, warum keine stationäre Filiale aufgesucht wird – es gibt sie in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern schlicht und einfach kaum oder gar nicht. Dies führte bei 43 Prozent der dortigen Onlineshopper dazu, dass sie nun im Internet einkaufen. Die mangelnde Auswahl an Läden spielt dagegen nur für acht Prozent der Großstädter eine Rolle, wenn sie sich für E-Commerce entscheiden.

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Corona-Sorgen nicht Hauptlockmittel

Insgesamt hält jeder dritte Onlineshopper die Minimierung der Corona-Ansteckungsgefahr derzeit für einen der wichtigsten Vorteile bei einem Einkauf im Netz. Je fast drei Viertel nennen aber weiterhin eher Klassiker wie die Lieferung direkt nach Hause oder die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten. Ebenso locken die Zeitersparnis (61 Prozent), das vielfältige Angebot (60 Prozent) sowie günstigere Preise (45 Prozent). Bei soviel positivem Feedback wundert es nicht, dass 37 Prozent der Online-Shopper mindestens einmal pro Woche Waren oder Dienstleistungen im Netz erwerben, vier Prozent tun dies sogar täglich.

Dabei ist der Laptop (59 Prozent) das wichtigste Gerät vor dem Smartphone (54 Prozent), das kontinuierlich immer weiter aufholt. Den Desktop-PC (40 Prozent) und Tablets (27 Prozent) hat es bereits locker abgehängt. Digitale Sprachassistenten kommen mit zwei Prozent Anteil am Online-Shopping noch nicht aus ihrer Nische heraus.

Nachhaltigkeit als Idealvorstellung

Die befragten Online-Shopper zeigen sich aufgeschlossen für nachhaltigeres Einkaufen, nutzen dafür maßgeschneiderte Angebote derzeit aber noch wenig. So gibt mehr als jeder Zweite an, Filter für Nachhaltigkeit bei der Produktauswahl verwenden zu wollen, reell sind es aktuell aber gerade einmal acht Prozent. Einen Aufpreis für die CO2-Kompensation der Lieferung würden nach eigenen Angaben 38 Prozent zahlen.

Ein Großteil (71 Prozent) fasst immerhin bewusst Bestellungen zusammen, um Lieferwege zu reduzieren. Zudem herrscht die nahezu einhellige Meinung, dass Händler Retouren lieber spenden als vernichten sollten. Auch der Bitkom weist noch einmal daraufhin, dass dies aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage für den Händler zu teuer wird und fordert die Abschaffung der dafür verantwortlichen Umsatzsteuerregelung. Insgesamt sind die Retouren im Schnitt konstant geblieben – weiterhin geht etwa jeder achte Onlinekauf zurück. Dabei schicken die unter 30-Jährigen jedes fünfte Paket wieder zum Absender, Senioren dagegen nur jede 20. Bestellung.

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