L’Oreal automatisiert die (heimische) Kosmetik

Der Kosmetikkonzern L’Oreal hat auf der Technikmesse CES ein KI-betriebenes System für Zuhause enthüllt, das Konsumenten individuelle Schönheits- und Hautpflegeprodukte zusammenstellt. Perso ist ein gerade mal 16,5 cm hohes und etwas mehr als einen Pfund schweres Gerät, das sich im Lauf der Zeit immer stärker auf die jeweiligen Bedürfnisse der Nutzer einstellen soll.

Das Perso-System sieht auf den ersten Blick nicht nach viel Technik aus. (Bild: L’Oreal)

In einer ersten Phase konzentriert sich L’Oreal dabei auf das Mischen von Hautpflegeprodukten. Später sollen individuelle Formeln für Lippenstifte und Foundations folgen. Das Smart Skincare System arbeitet in vier Schritten: Anhand eines via Smartphone geschossenes Fotos analysiert die Perso-App den allgemeinen Hautzustand des Benutzers – einschließlich tiefer Falten, feiner Linien, dunkler Flecken und Porensichtbarkeit. Danach werden anhand von Breezometer-Geodaten die Umweltbedingungen geprüft, die Einfluss auf den Hautzustand haben könnten. Anschließend gibt der Nutzer noch seine persönlichen Hautpflegebedürfnisse ein, woraufhin das Motorsystem des Perso aus verschiedenen Kartuschen ein speziell abgestimmtes Produkt mischt. Bei regelmäßiger Anwendung überprüft die KI-Plattform von Perso, wie sich der Hautzustand verändert und passt zukünftige Formeln daran an.

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Immer versorgt und im Trend

Bei den kommenden Make-up-Angeboten können zudem Echtzeit-Trendinformationen mit einfließen, so dass der Lippenstift dann beispielsweise die gerade in den sozialen Medien angesagte Farbe besitzt. Ebenso ist es möglich, ihn passend zum gerade getragenen Outfit zu designen.

Die für das System notwendigen kundenspezifischen Patronen sind mit NFC-Tags versehen und werden automatisch nachgeliefert. Perso soll in Partnerschaft mit einer führenden Hautpflegemarke von L’Oréal im Jahr 2021 auf den Markt kommen. Das Ziel hier ist klar: L’Oreal erhält einen direkten Draht zum Kunden, ohne auf Zwischenhändler angewiesen zu sein.

Japanischer Vorreiter

Allerdings ist das Unternehmen nicht das erste, das eine solche Idee hat. Die japanische Marke Shiseido verfolgt mit seinem Optune-Service im Prinzip seit Mitte vergangenes Jahres ein identisches Geschäftsmodell. Gegen eine Abogebühr kombiniert auch hier ein Gerät unterschiedliche Komponenten zu Hautpflegeprodukten, die anhand von Nutzeranalysen individuell zusammengestellt werden. Kostenpunkt: 10.000 Yen (ca. 83 Euro) im Monat. Was L’Oreal für seinen Service verlangen möchte, ist noch nicht bekannt.

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