Szenarien für den Onlinehandel nach dem Ende der Beschränkungen

In einem Whitepaper hat die Bertelsmann-Tochter Arvato Supply Chain Solutions untersucht, wie sich das Coronavirus und dessen Bekämpfung auf den Onlinehandel auswirkt und entwirft dazu drei alternative Verläufe. Der beste könnte allerdings China-exklusiv sein, wenn die Anzahl der Neuinfektionen dort auf dem jetzt erreichten Niveau bleibt.

„Der E-Commerce-Markt nach Corona“ geht davon aus, dass die Abschwächung der Konjuktur in China durch die getroffenen Quarantänemaßnahmen nur maximal bis zum Ende des zweiten Quartal andauert und die nun zurückgehaltenen Konsumausgaben spätestens dann nachgeholt werden. Viele Marken aus dem Mode- und Beauty-Bereich profitieren bereits vom Ende der Konsumzurückhaltung und wurden zumindest über Tmall im März 2020 bereits häufiger verkauft als im Vorjahreszeitraum.

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Zukunft der deutschen Online-Händler noch offen

Für deutsche Unternehmen hängt die Zukunftsentwicklung stark davon ab, wann der Peak der Infektionen erreicht sei. Falls dies noch bis Ostern geschehe, könne man mit einer Stabilisierung des Handels ab Ende April (und somit einer ähnlichen Entwicklung wie in China) rechnen. Falls die aktuellen Schutzmaßnahmen allerdings weitere vier bis sechs Wochen Bestand haben müssten, würde sich der Onlinehandel in diesem Jahr nicht mehr vollständig erholen. Auf der einen Seite steht dann die noch mehr angespannte Einkommens- und Jobsituation vieler Haushalte, die in Folge dessen nur das Lebensnotwendige noch einkaufen. Auf der anderen droht kleineren und mittelständischen Unternehmen akut die Insolvenz.

Pessimistischste Vision

Dieses U-Szenario ist dabei noch nicht einmal die düsterste Vision, auch wenn das L-Szenario derzeit als unwahrscheinlich gesehen wird. Im L-Szenario würden einzelne Staaten im Alleingang die ökonomischen und sozialen Folgen bekämpfen wollen und sich deshalb vom internationalen Markt abkapseln. In diesem Fall rechnet Arvato Supply Chain Solutions aufgrund der Minimierung globaler Wertschöpfungsketten mit einer langen Stagnation und noch weit extremeren ökonomischen Folgen.

Das komplette Whitepaper kann hier heruntergeladen werden.