UK: Staatliche Unterstützung gegen Angebotsengpässe

In Zeiten der Corona-Krise sind bestimmte Ressourcen rar und einige Unternehmen mit dem erhöhten Bedarf an ihren Services überfordert. Dabei fallen schnell die durchs Raster, die es am nötigsten brauchen. Großbritannien lenkt nun mit staatlicher Unterstützung ein wenig gegen.

Bidfood und Brakes fahren erst einmal im Auftrag der britischen Regierung. (Bild: Bidfood)

Wie auch Deutsche wissen, ist es derzeit in vielen Regionen äußerst schwierig, einen Termin bei einem Lebensmittellieferservice zu erhalten, da diese an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Doch gerade Ältere würden von diesen stark profitieren, da sie sich somit für den Einkauf nicht mehr in den Supermarkt begeben müssten. Deshalb versucht Großbritannien diese nun zu priorisieren und öffnet eine Regierungsdatenbank für Lebensmittelgeschäfte. Diese erfahren damit, welche ihre Onlinekunden zu den besonders gefährdeten Zielgruppen gehören und demnach möglichst zu Hause versorgt werden sollten. Laut „Guardian“ wollen die Ketten Sainsbury’s und Waitrose ab nächster Woche die so ermittelten Betroffenen anschreiben und ihnen einen Liefertermin offerieren.

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Über sein Loyalty-Programm Nectar hat Sainsbury’s allerdings bereits zuvor die dort registrierten Kunden gefunden, die voraussichtlich am dringendsten Unterstützung benötigen und proaktiv 270.000 von ihnen kontaktiert. Anscheinend mit Erfolg: Insgesamt 115.000 Lieferslots wurden für Senioren und andere besonders Schutzbedürftige vergeben.

Lieferkampagne im Großformat

Wer zur Hochrisikogruppe zählt, aber keine Unterstützung von Familie oder Freunden zu erwarten hat, profitiert von einer weiteren Initiative der britischen Regierung. Die beiden Großhändler Bidfood und Brakes, die normalerweise Essen an die unterschiedlichsten Einrichtungen liefern, sollen nun je nach Quelle zwischen 300.000 und 500.000 Briten vorerst 12 Wochen lang mit dem Notwendigsten versorgen. Nach einer Quelle des „Guardian“ war zuerst die Einbindung von Supermärkten im Gespräch – Bidfood und Brakes erwiesen sich aber als die bessere Option, da sie durch die Schließung zahlreicher normalerweise belieferter Einrichtungen freie Kapazitäten haben.