Mittelstand: Digital Leader haben gewaltige Vorteile

Der mittelständische Handel kann bei der Digitalisierung noch nicht mit anderen Branchen mithalten – beim diesjährigen „Digitalisierungsindex Mittelstand“ reicht es für ihn zusammen mit dem Baugewerbe und primär an Privatpersonen gerichteten Dienstleistungen deshalb nur für den vorletzten Platz (52 von 100 möglichen Punkten).

Lediglich die Freiberufler schneiden mit 51 Punkten noch schlechter ab. Spitzenreiter sind dagegen Banken und Versicherungen (65 Punkte), der Informations- und Kommunikationssektor (64 Punkte), die Energie- und Wasserversorgung (64 Punkte) sowie die Verkehrs-, Transport- und Logistik-Branche (61 Punkte). Dabei gilt grundsätzlich: Je größer das Unternehmen, desto wahrscheinlicher hat es sich schon auf den digitalen Wandel eingestellt. So erreichen Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern durchschnittlich 65 Indexpunkte. Bei bis zu 49 Beschäftigten sind es immerhin noch 54 Punkte, bei weniger als zehn Mitarbeitern dagegen nur 46 Punkte. Gerade bei den kleineren Betrieben finden sich viele, die den wirtschaftlichen Nutzen einer Umstellung bezweifeln (gesamt: 25 Prozent aller Befragten).

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Digital Leader zufriedener mit Umsatz und Qualität

Dabei konnten die schon besser digitalisierten Unternehmen durchaus feststellen, dass sich ihre Transformationsschritte auszahlen. So verzeichneten sie vereinfachte Prozesse (52 Prozent) sowie positive Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit (50 Prozent), die Service-/Produktqualität (47 Prozent), die Neukundengewinnung (45 Prozent) und den Umsatz bzw. das Betriebsergebnis (je 41 Prozent). Dabei profitieren vor allem die zehn Prozent der Unternehmen, die als Digital Leader gesehen werden können. Von diesen zeigten sich 74 Prozent mit ihrem Umsatz zufrieden (gesamt: 44 Prozent). Bei der Produkt- und Servicequalität waren sogar 83 Prozent von sich überzeugt (gesamt: 57 Prozent).

Weiter herausgefordert

Gerade einmal acht Prozent aller Firmen sehen durch die digitale Transformation keine weiteren Herausforderungen. Die größten Bedenken gibt es bei den Investitionskosten (36 Prozent) und der Sicherstellung des Datenschutzes sowie der IT-Sicherheit (je 31 Prozent). Zeitmangel ist aber ebenfalls ein wichtiger Faktor (29 Prozent). Lediglich ein Drittel der Unternehmen geht davon aus, dass die eigenen Mitarbeiter bereits ausreichend für die digitale Transformation qualifiziert sind, 37 Prozent investieren derzeit gezielt in deren Weiterbildung. Dabei glauben nur noch 16 Prozent (2018: 19 Prozent), dass die Angestellten die Umstellungen nicht akzeptieren würden.

Über die Studie

Die repräsentative Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/2020“ wurde von techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt. An der Befragung haben 2095 kleine und mittelständische Unternehmen jeder Größe teilgenommen, darunter kleine Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern genauso wie große Unternehmen, die mehr als 250 Beschäftigte zählen. Den Spitzenwert von 100 Punkten würde ein Unternehmen bei der Untersuchung erreichen, wenn es sämtlichen digitalen Handlungsfeldern die höchste Relevanz zuordnete und dabei maximal zufrieden mit der eigenen Umsetzung wäre.