luca-App gewinnt breite Unterstützung

Die offizielle Corona-App hat zwar durchaus ihre Daseinsberechtigung, erweist sich jedoch vor allem aus Gründen des Datenschutzes oft als zahnloser Tiger. Deshalb bekommt sie nun vermehrt Gesellschaft: Die luca-App ist auch dank massiver Medienberichterstattung auf dem besten Weg, das führende Tool zur Kontaktnachverfolgung im privaten und geschäftlichen Bereich zu werden. Dies kommt nicht überall gut an.

Michi Beck, Marcus Trojan & Patrick Hennig, Smudo stellen die Luca-App vor. (Bild: Jens Oellermann)

Die luca-App verfolgt ein recht simples, aber effektives Prinzip. Nutzer melden sich einmalig in der App mit ihren Kontaktdaten an und checken anschließend einfach mit einem QR-Code bei einem Geschäft, Restaurant sowie bei Veranstaltungen ein. Auf der Gegenseite werden für den Check-In-Prozess ebenfalls nur ein Smartphone und die luca-App benötigt. „Gastgeber“ aller Art können so digitale Gästelisten führen, auf die im Bedarfsfall lediglich die Gesundheitsämter Zugriff erhalten. Anwesende werden zudem per App informiert, falls eine Corona-Infektion unter den jeweiligen Besuchern bzw. Mitarbeitern festgestellt wurde.

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Smudo-Bonus

Dass luca nun so in den Vordergrund rückt, ist vor allem dem Promi-Bonus der App zu verdanken. Smudo von den Fantastischen Vier gehört zu den Mitinitatoren und sorgt für ausreichend Werbung. Die Entwicklungsarbeit dürfte er aber eher den Profis der neXenio GmbH, einer Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts, überlassen haben.

Mecklenburg-Vorpommern hat sich als erstes Bundesland bereits für den flächendeckenden Einsatz der App entschieden und zahlt für die Lizenz und ein Jahr Betrieb 440.000 Euro. Da bei dem Konzept der Staat die Kosten trägt, ist die luca-App komplett kostenlos nutzbar. Sie wird unter anderem ebenfalls in Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald, dem Bodenseekreis und Reutlingen, die als Pilotlandkreise für Baden-Württemberg dienen, sowie im Kreis Warendorf in NRW getestet.

Gegenstimmen und Alternativen

Der „Gratis“-Ansatz unterscheidet luca von Konkurrenzprodukten, die als Ausgleich für ihre Betriebskosten einen geringfügigen Obulus von Firmen verlangen müssen. Eine Reihe von Start-Ups, die entsprechende Apps anbieten und in der Initiative „Wir für Digitalisierung“ zusammengeschlossen sind, hält den Alleingang von luca für wenig sinnvoll. Sie möchte lieber eine Schnittstelle, über die die Informationen aller Kontaktverfolgungs-Apps zusammenlaufen – und damit die breite Vielfalt an Angeboten aufrechterhalten, die Smudo bei „Anne Will“ für wenig sinnvoll hielt.

Eine Lösung, in die sich alle bestehenden Apps einklinken können, wird derzeit laut Informationen von heise online allerdings schon bei T-Systems und SAP entwickelt und nach aktuellen Plänen im April in die offizielle Corona-Warn-App implementiert.

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