JD expandiert offline

Als im Jahr 2003 die SARS-Pandemie das chinesische Festland erschütterte, legte JD.com-Gründer Richard Liu die Grundlage für seinen anhaltenden Erfolg, indem er sich stark auf das Onlinegeschäft konzentrierte. Nun will sein Megakonzern allerdings großflächig in den stationären Handel zurück.

Einer der wichtigsten Bausteine ist dabei die Übernahme des drittgrößten Haushaltsgeräte-Händlers des Landes. Nachdem JD bereits im April 2019 46 Prozent der Anteile an 5Star erwarb, wurde die Firma Ende Juli vollständig geschluckt. Beide Unternehmen verbindet eine langjährige Partnerschaft, in deren Rahmen seit 2017 JD und 5Star Omnichannel Experience Stores eingerichtet wurden.

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Zusätzlich hat JD im vergangenen Jahr in andere Offline-Einzelhandelsunternehmen wie Gome, Dixintong oder Lecoo investiert und selbst Offline-Unternehmen wie JD E-Space, JD Home Appliance Store, JD Computer and Digital Store sowie JD Home gegründet. Ziel ist es, ein Offline-JD zu schaffen.

Großes Filialnetz geplant

Innerhalb der nächsten fünf Jahren sollen laut Angaben auf einer Pressekonferenz zwanzig E-Space-Experience-Filialen in den wichtigsten chinesischen Städten, 300 Flagship-Stores für Haushaltsgeräte in den Zentren der Präfekturen und 5.000 Läden in weiteren Städten und Gemeinden entstehen. Besonders interessant ist dabei natürlich der Ausbau der E-Space-Filialen, da der bislang einzige Standort in Chongqing als Musterbeispiel für innovative Kundenerfahrungen im Handel dienen kann. Auf 50.000 Quadratmetern dürfen sich Besucher normalerweise nach Herzenslust austoben.

Krisengewinner?

Ob die Expansionspläne aufgehen, hängt natürlich maßgeblich davon ab, ob die chinesischen Behörden die Covid-19-Pandemie weiter unter Kontrolle behalten. Aktuelle Videos aus der Region suggerieren zumindest, dass selbst im einstigen Hotspot Wuhan das Leben inzwischen wieder seinen gewohnten Gang nimmt und selbst Massenveranstaltungen möglich sind.

JD geht bislang gestärkt aus der Krise hervor, da sich der Handel stark in den Online-Bereich verlagerte. So stieg der Nettoumsatz der Firma im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33,8 Prozent auf umgerechnet 24,53 Milliarden Euro. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn verbesserte sich sogar von 73 Millionen auf zwei Milliarden Euro.

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