Influencer genauer unter die Lupe genommen

Influencer sind für viele Marken willkommene Botschafter, da sie entweder ein breites Publikum oder eine interessierte Special Interest-Gemeinde erreichen. Zusammen mit der Hochschule Macromedia ist Territory Influence tiefer in die Materie eingetaucht und hat fünf Influencer-Typen identifiziert, die für eine erfolgreiche Werbebotschaft ganz unterschiedlich angesprochen werden müssen.

Dazu wurden weltweit rund 47.000 Influencer gefragt und anhand von insgesamt 33 Kriterien bewertet, die sich grob in die Cluster „Bedürfnis nach Aufmerksamkeit“, „Altruismus und Empowerment“, „Selbstoffenbarung“ sowie „Geld und Gerechtigkeit“ aufteilen. Die Rationalisten sind demnach die größte Gruppe, gefolgt von Extrovertierten, Experten, Idealisten und Storytellern.

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Die Rationalisten

Mit 28,3 Prozent Anteil treffen interessierte Unternehmen im Netz am ehesten auf Rationalisten. Diese gehen professionell an ihre Arbeit und möchten ihre Zielgruppe durch Inhalte in nahezu journalistischer Qualität überzeugen. Für eine gute Zusammenarbeit sind deshalb klare Erkenntnisse, Fakten und Zahlen gefragt, die zum restlichen Content passen. Rationalisten zählen Instagram, TikTok und YouTube zu ihren Lieblingskanälen und haben Social Media häufig stark in ihr Leben eingebunden.

Die Extrovertierten

Deutlich leidenschaftlicher wird es bei den Extrovertierten (22,5 Prozent), die oft mit Themen aus dem echten Leben um die Aufmerksamkeit von Gleichgesinnten buhlen. Sie sind dabei durchaus bereit, ihre Erfahrungen mit Produkten zu teilen, um ihre Community bei der Kaufentscheidung zu unterstützen. Extrovertierte legen sich nicht auf eine bestimmte Art von Content fest, sondern lassen sich für viele Kooperationen begeistern. Sie sind gerne bei Plattformen mit visuellem Fokus wie Instagram, Snapchat und Pinterest unterwegs.

Die Experten

Experten (19,7 Prozent) punkten bei ihrer Community durch hohe Glaubwürdigkeit und Kompetenz bezüglich ihres Themengebiets. Sie würden dabei ebenfalls gerne allgemeine Verbesserungen einer Marke oder eines Produkts beeinflussen. Die Zusammenarbeit ist deshalb extrem anspruchsvoll. Firmen sollten ihnen ausführliche Informationen bereitstellen und auf spezifische Produktmerkmale hinweisen. Im Gegenzug können Marketing- und F&E-Teams von dem gegebenen Feedback profitieren. Experten sind nicht auf eine bestimmte Plattform festgelegt.

Die Idealisten

Bei den Idealisten (16,2 Prozent) stehen die eigenen Werte und das eigene Verantwortungsbewusstsein im Mittelpunkt. Da sie möglichst viel Gutes bewirken wollen, kommt für sie meist nur eine Zusammenarbeit mit Marken in Frage, die sich nachhaltig sozial oder ökologisch engagieren. Die Partner werden dabei kritisch geprüft, um Greenwashing zu verhindern. Sie sind bei Instagram und Twitch zu finden, wobei sie in Live-Streams den Dialog mit ihrer Community suchen.

Die Storyteller

Die Storyteller sind die kleinste Gruppe (12,9 Prozent), für Marken aber durchaus interessant. Sie berichten über eigene Erfahrungen, zu denen natürlich auch der Kontakt mit bestimmten Artikeln zählen kann. Teile ihrer Community bescheinigen ihnen, dass sie eine gute Informationsquelle für neue Produkte seien. Die Kooperation mit Storytellern funktioniert, wenn sich Produkte in einem unterhaltsamen Umfeld präsentieren und in Stories integrieren lassen. Instagram, TikTok und der eigene Blog sind ihre beliebtesten Kanäle.

Idealisten in Deutschland vorn

In Deutschland sind Rationalisten deutlich weniger häufig (19,8 Prozent Anteil) zu finden als im globalen Durchschnitt. Dafür haben hierzulande die Idealisten das Sagen: Mit 35,5 Prozent bilden sie die größte Gruppe. In Polen gibt es dagegen kaum Idealisten (7 Prozent), in Italien sind die Rationalisten (34,5 Prozent) besonders stark.

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