Hugo Boss: Neuausrichtung als Wachstumsbringer?

Im Rahmen einer neuen Wachstumsstrategie differenziert das Modeunternehmen Hugo Boss seine beiden Marken Hugo und Boss deutlich stärker voneinander. Dies soll dabei helfen, den Umsatz bis 2025 auf vier Milliarden Euro zu verdoppeln – wobei laut Prognose die Hälfte im stationären Einzelhandel erwirtschaftet wird.

Der neue Boss Store im Tokioter Hauptgeschäfts- und Vergnügungsviertel Ginza (Bilder: Hugo Boss)

Aus diesem Grund möchte das Unternehmen in den nächsten drei Jahren etwa 80 Prozent seiner Filialen neu gestalten. Dafür sind rund 500 Millionen Euro Investitionskapital vorgesehen. Boss positioniert sich künftig stärker als Lifestyle-Marke im Premiumsegment. Hugo soll dagegen u.a. als erster Kontaktpunkt für jüngere Konsumenten dienen. Diese erwartet dabei ein breites Sortiment an trendigen, unkonventionellen und modernen Produkten. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Zielsetzung verfolgen beide Marken künftig individuelle Design- und Marketing-Ansätze, wobei außergewöhnliche Kooperationen und der Einsatz digitaler Medien im Vordergrund stehen.

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Umfangreiche Omnichannel- und Digitalisierungsbestrebungen

Sowohl Hugo als auch Boss sollen ein komplettes Omnichannel-Erlebnis über alle Kanäle hinweg bieten. Hugo Boss geht davon aus, dass 2025 insgesamt 30 Prozent des Konzernumsatzes (bislang 25 Prozent) digital erwirtschaftet werden. Im Rahmen umfassender Digitalisierung setzt das Unternehmen beispielsweise auf KI-gestützte Preisgestaltung, digitale Showrooms und einen digitalen Campus. Letzterer ist in Metzingen und Porto (Portugal) angesiedelt und soll die gezielte Nutzung von Daten für außergewöhnliche Kundenerlebnisse vorantreiben. Zusätzlich erfolgt 90 Prozent der Produktentwicklung künftig digital, was zu einer Reduktion der Vorlaufzeiten um rund 30 Prozent beiträgt.

Das dritte wichtige Standbein bildet der Großhandel, der nach den Plänen der Firma künftig rund eine Milliarde Euro zum Gesamtumsatz beisteuert. Dies will das Unternehmen durch die Stärkung bestehender Partnerschaften sowie die Rückgewinnung von Marktanteilen in wichtigen Produktkategorien erreichen.

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