Deutsche boykottieren Marken konsequent

Ein ruinierter Ruf durch einen Skandal kann in Europa gravierende Folgen für eine Marke haben – vor allem, wenn sie den spanischen Markt im Visier hat. Denn dort ist die Hälfte der Bevölkerung durchaus dazu bereit, eine Marke aus diesem Grund permanent oder zumindest vorübergehend zu boykottieren. Doch auch Deutsche verzeihen nicht so leicht.

Hierzulande gaben 37 Prozent in der Studie „Brand Boycotters“ des Marktforschungsunternehmens YouGov an, dass sie schon einmal eine Marke aufgrund eines Skandals von ihrem Einkaufszettel gestrichen haben. Damit liegen sie hinter Dänen (45 Prozent) und Schweizern (41 Prozent), aber noch vor den Norwegern, die mit 28 Prozent am wenigsten nachtragend sind.

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Wer schon einmal eine Marke boykottiert hat, war zum Großteil auf Lebensmittel bzw. Getränke fixiert (52 Prozent). Doch auch die Banken- und Finanzbranche (25 Prozent) und der Mode-Einzelhandel (23 Prozenten) standen verstärkt im Visier. Die sprichwörtliche Liebe der Deutschen zu ihrem Auto zeigt sich auch in dieser Untersuchung: Zwischen Lebensmittel (53 Prozent) und Mode-Einzelhandel (25 Prozent) ordnen sich hier Auto- und Autozubehörhersteller ein (29 Prozent), die das Vertrauen der Verbraucher verspielt haben.

Vertrauen kaum zurückzugewinnen

Dieses wieder zurückzugewinnen, fällt nicht leicht. Zwei Drittel der deutschen Marken-Boykottierer geben an, dass sie die jeweilige Marke nach dem Boykott nicht wieder verwendet zu haben. Der europäische Durchschnitt liegt hier mit 61 Prozent etwas niedriger. Rund ein Viertel der Deutschen nutzte die Marke nach einer gewissen Zeit wieder, aber weniger häufig als früher. Gerade einmal sechs Prozent sind zu ihrem gewohnten Trott zurückgekehrt.

Hilfreich für eine Wiedernutzung war eine Veränderung der für den Boykott relevanten Praktiken oder Themen (30 Prozent), eine Verbesserung der Produkte und Dienstleistungen (27 Prozent) oder eine Verpflichtung der Marke zu Veränderungen (25 Prozent). Europaweit sind Schäden für die Umwelt (36 Prozent), Tierversuche bzw. Misshandlung an Tieren (32 Prozent) oder negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Verbraucher (30 Prozent) die wichtigsten Boykott-Gründe.

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