Corona als Innovations- und Digitalisierungsbremse

Auf der einen Seite muss sich der Handel durch Innovationen und Digitalisierung fortwährend neu erfinden, auf der anderen Seite lauern ungewisse Zukunftsaussichten und knappe Finanzen. Dies dürfte den Trend zu weniger Innovationen noch verstärken, den das KfW-Mittelstandspanel 2020 bei kleineren Unternehmen sogar schon vor dem zweiten Lockdown verzeichnete.

Im September 2020 zeigten sich weiterhin 56 Prozent der mittelständischen Händler weiterhin nicht an entsprechenden Schritten interessiert. Hingegen intensivierte jede zehnte Firma ihre Innovationsanstrengungen. Dies konnte aber nicht ausgleichen, dass jede fünfte nun darauf verzichtete oder sie zumindest reduzierte. Unverändert im Plan blieben 14 Prozent.

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Bei der Digitalisierung sah es situationsbedingt etwas besser aus, auch wenn weiterhin 43 Prozent keinen Handlungsbedarf sahen bzw. keinen Handlungsspielraum dafür hatten. Fast jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) beschleunigte die Digitalisierung, nahezu jedes zehnte (9 Prozent) bremste ab. Bei 29 Prozent kam es zu keinen nennenswerten Abweichungen von den ursprünglichen Zielvorgaben.

Umsatz und Größe entscheidend

Grundsätzlich gilt: Je größer ein Mittelständler unabhängig von der Branche ist, desto eher gab er zusätzliches Geld für Innovationen und Digitalisierung aus – und sparte auch seltener ein. Zusätzlich war der Grad der Investitionsbereitschaft natürlich stark vom Umsatz abhängig. Rund ein Drittel der von Einbrüchen betroffenen Unternehmen verzichtete auf geplante Innovationen und jedes fünfte auf zusätzliche Digitalisierung.

Jede zweite Firma mit Umsatzanstieg gab dagegen mehr für Digitalisierung aus, jede fünfte sah neue Innovationsmöglichkeiten. Einsparungen bei der Digitalisierung standen bei diesen bis dahin gut durch die Krise gekommenen Firmen überhaupt nicht auf dem Plan, lediglich Innovationen fuhren 17 Prozent zurück.

Die komplette 3. Sondererhebung des KfW-Mittelstandspanel 2020 kann man sich hier herunterladen.

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