Autonomes Shopping am Zug

Aus Angst vor Corona werden öffentliche Verkehrsmittel derzeit eher gemieden, was sich natürlich negativ auf die rund um Bahnhöfe gelegenen Läden auswirkt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie kein besonderes Einkaufserlebnis bieten können. Gerade jetzt experimentieren gleich mehrere Unternehmen dort mit autonomen Shops oder mobilen Self-Checkouts.

Der E 24/7 besteht aus Übersee-Containern.

Das neueste Konzept wird am Bahnhof von Renningen (Baden-Württemberg) erprobt. Die Deutsche Bahn und Edeka Südwest haben ein Pilotprojekt für einen Mini-Supermarkt gestartet, der Besucher rund um die Uhr automatisch mit künftig bis zu 800 unterschiedlichen Produkten versorgen soll. Der Einkauf bei E 24/7 erfolgt entweder per App oder an einem Terminal in der Filiale – wobei auf dem eigenen Smartphone auch Vorbestellungen möglich sind. Die gewünschten Waren werden für Verbraucher unsichtbar von Robotern zusammengestellt und im Geschäft ausgegeben.

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Der Laden basiert auf der Technologie des Start-Ups Smark, das mit seinem ähnlich gelagerten Projekt “Emmas Enkel” aufgrund der Schwierigkeiten bei Betreiber real noch wenig Glück hatte. Dank dem typy concept store im Düsseldorfer Medienhafen und dem “Pick-me 24/7”-Laden des Schweizer Unternehmens Migrolino sahen die Zukunftsaussichten von Smark allerdings schon vor dem Bahnprojekt wieder deutlich besser aus.

Autarke Filial-Alternative

Die Migrolino-Mutter Migros hat derweil einen VOI Cube-Container neben seine Filiale in der Nähe des Bahnhofs Grenchen-Süd (Solothurn) gestellt. Das Unternehmen verfolgt dort einen ähnlichen Ansatz wie die deutsche Tochter tegut mit ihren teo-Märkten. Kunden können in dem gerade einmal 18 Quadratmeter großen Miniladen wie gewohnt shoppen, ohne allerdings auf Personal zu treffen. Um in den autonom agierenden Laden einzutreten, müssen sie sich allerdings erst einmal via App für das System registrieren und anschließend ihren individuellen QR-Code als “Schlüssel” einscannen. Die Bezahlung erfolgt an Self-Checkout-Kassen.

Mobiler Checkout

Etwas weniger ambitioniert ist Migros-Konkurrent Valora bei seinem Pilotprojekt im Bahnhof Zürich Oerlikon. Die dortigen avec-Filialen bieten optional einen mobilen Self-Checkout, bei dem Kunden ihre Produkte mittels Smartphone erfassen. Das Konzept soll während der Öffnungszeiten auch auf das Geschäft am Züricher Hardplatz ausgeweitet werden. Dessen Stärke kommt bisher vor allem außerhalb des klassischen Ladenbetriebs zum Tragen: Beim Check-in über die avec App dürfen Verbraucher dann auch komplett autonom einkaufen.

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