Otto Group nimmt 325 Millionen Euro über Schuldscheine auf

Die Otto Group konnte sich über den Schuldscheinmarkt 325 Millionen Euro sichern. Ursprünglich hatte der Handelskonzern für die Transaktion ein Volumen von 100 Millionen Euro vorgesehen. Die hohe Nachfrage ermöglichte es dem Unternehmen, das Volumen auf mehr als das Dreifache auszuweiten.

(Bild: Otto)

Die Otto GmbH & Co. KGaA platzierte Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Mehr als 30 nationale und internationale Investoren beteiligten sich an der Transaktion. Dazu zählen nach Angaben des Unternehmens insbesondere Sparkassen, Genossenschaftsbanken und ausländische Geschäftsbanken. Alle Tranchen konnten am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne platziert werden.

Die Otto Group bezeichnet die Platzierung als ihre dritte breit vermarktete Schuldscheintransaktion seit dem Einstieg in diesen Finanzierungsmarkt im Jahr 2022. Bereits 2025 hatte das Unternehmen auf diesem Weg 240 Millionen Euro aufgenommen. Die jetzt eingeworbenen Mittel sollen allgemeinen Unternehmenszwecken dienen und zur aktiven Steuerung des Fälligkeitsprofils eingesetzt werden.

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Der Finanzierungserfolg trifft auf eine zuletzt deutlich verbesserte Ertragslage. Im Geschäftsjahr 2025/26 steigerte die Otto Group ihr EBIT von 276 auf 641 Millionen Euro. Der vergleichbare Konzernumsatz blieb mit 13,8 Milliarden Euro stabil. Der Konzern hatte dabei insbesondere Profitabilität und Liquidität in den Mittelpunkt seiner Strategie gestellt.

Otto erprobt neue Formen des Onlinehandels

Parallel treibt Otto den Einsatz künstlicher Intelligenz im Onlineshop voran. Ein Beispiel ist der bereits eingesetzte sprachbasierte KI-Kaufberater. Kunden können ihre Anforderungen im Dialog konkretisieren und sich passende Produkte empfehlen lassen, anstatt ausschließlich klassische Suche und Filter zu verwenden.

Nach einem aktuellen Bericht der K5 benötigt der Kaufberater im Durchschnitt elf Gesprächsschritte bis zu einer Produktempfehlung. Bei Kunden, die den Berater nutzen, soll die Conversion Rate doppelt so hoch liegen wie ohne diese Interaktion.

Über solche dialogbasierten Anwendungen hinaus beschäftigt sich die Otto Group auch mit Agentic Commerce. Dabei sollen KI-Agenten künftig nicht nur bei der Produktauswahl unterstützen, sondern im Auftrag von Kunden zunehmend selbstständig Aufgaben im Einkaufsprozess übernehmen. Noch steht diese Entwicklung allerdings am Anfang: Der von KI-Agenten kommende Traffic macht bei Otto laut K5 bislang weniger als ein Prozent des Gesamttraffics aus.

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