Smarter Einkaufswagen als Amazon Go-Ersatz

Lange Zeit war unklar, mit welchem Gimmick Amazon die Verbraucher in seine geplanten eher traditionellen US-Supermärkte locken will. Das Amazon Dash Cart dürfte die Antwort sein – der optionale smarte Einkaufswagen ermöglicht den kassenlosen Checkout.

(Bild: Amazon)

Wer als Amazon-Kunde nicht an den regulären Kassen anstehen will und lediglich kleinere bis mittlere Einkäufe zu erledigen hat, kann sich laut dem Konzept in der Filiale ein Dash Cart schnappen. Nach der Anmeldung über die Amazon-App und einen QR-Code legen Konsumenten dort ein bis zwei Einkaufstaschen ab (für mehr reicht der verfügbare Platz nicht), um sie mit Waren aller Art zu befüllen.

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Eigeninitiative gefragt

Dabei werden die Produkte im Idealfall schnell über eine Kombination aus Sensoren und Bildverarbeitungsalgorithmen identifiziert. Ein oranges Licht weist daraufhin, wenn der Scan nicht erfolgreich war und noch einmal ausgeführt werden muss. Bei Artikeln ohne Barcode wie Obst und Gemüse muss der Kunde selbst die PLU-Nummer am integrierten Display eingeben und das danach vom Wagen gemessene Gewicht bestätigen.

Der Bildschirm zeigt auch die über Amazon Alexa angelegte Einkaufsliste an und ermöglicht so das einfache „Abhaken“ bereits mitgenommener Produkte. Zusätzlich verfügt jeder Wagen über einen Couponscanner, wodurch sich im Laden verteilte Gutscheine problemlos nutzen lassen. Nach dem Einkauf verlässt der Kunde den Markt einfach über einen speziellen Ausgang, die Abrechnung erfolgt über den eigenen Amazon-Account. Erster Einsatzort des Amazon Dash Cart ist der Lebensmittelladen im kalifornischen Woodland Hills, den Amazon noch in diesem Jahr eröffnen möchte.

Größe als Ausschlusskriterium?

Es ist zumindest interessant zu sehen, dass Amazon auch in seinen anderen Läden auf kassenloses Checkout setzt, dabei aber nicht auf sein extrem fortschrittliches Go-System vertraut. Dies könnte mit der kolportierten Größe von 33.000 Quadratfuß (3.066 Quadratmetern) der Woodland Hills-Filiale zusammenhängen. Diese hätte damit den dreifachen Umfang des Go Grocery-Supermarkts in Seattle, was sicherlich die Kosten für die Integration des Go-Systems noch einmal deutlich in die Höhe treibt.

Forbes weist zudem auf die immer wieder geäußerte Meinung von Experten hin, dass die KI-gesteuerte Bildverarbeitung bei Flächen über 10.000 Quadratfuß deutlich schwieriger und komplexer wird. Ein Amazon-Sprecher dementierte gegenüber dem Autor des Beitrags allerdings, dass die Entscheidung gegen die sogenannte „Walk Out“-Technologie etwas mit der Ladengröße zu tun hat.

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