Google Gemini, ChatGPT, Claude und Perplexity kommen bei lokalen Empfehlungen häufig zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. In einer Untersuchung von Yext wählten alle vier KI-Systeme nur in vier Prozent der Fälle dasselbe Unternehmen auf Platz eins.

Fast ebenso auffällig ist das andere Ende der Skala: Bei 48 Prozent der untersuchten Suchanfragen landete bei jedem der vier Systeme ein anderes Unternehmen an der Spitze. Eine vollständige Abweichung trat damit zwölfmal häufiger auf als vollständige Übereinstimmung.
Für die Analyse wurden von Februar bis August 2026 insgesamt 2,05 Millionen lokale Suchanfragen untersucht. Der direkte Vergleich der vier KI-Systeme basiert auf 491.972 Fällen, in denen dieselbe Kombination aus Suchanfrage und lokalem Markt allen vier Systemen vorgelegt wurde. Verwendet wurden nicht markenbezogene Fragen nach den zehn besten Anbietern einer Kategorie in einer bestimmten Umgebung.
Auch die übrigen Ergebnislisten unterscheiden sich erheblich. Jedes KI-System nannte im Durchschnitt rund sieben Unternehmen. Zusammengenommen kamen die vier Systeme bei einer einzelnen Suchanfrage auf durchschnittlich 23 unterschiedliche Anbieter.
Wie stark die Systeme übereinstimmen, hängt unter anderem von Markt und Branche ab. Bei mindestens drei übereinstimmenden Erstplatzierungen lag die Quote über alle untersuchten Märkte bei 18,3 Prozent. Im Einzelhandel waren es 25,6 Prozent, bei Gastronomieangeboten dagegen nur 9,6 Prozent. In ländlichen Gebieten fiel die Übereinstimmung mit 23,7 Prozent höher aus als in Gebieten mit sehr hoher Unternehmensdichte mit 12,5 Prozent.
Quellenwahl und Webseite als Unterscheidungskriterien
Ein Grund für die unterschiedlichen Ergebnisse liegt offenbar in der Auswahl der verwendeten Quellen. Gemini griff bei 41,9 Prozent seiner Quellen auf Websites der Unternehmen selbst zurück. Bei ChatGPT hatten dagegen Verzeichnisse und Aggregatoren mit 40,9 Prozent den größten Anteil. Claude verwendete mit 20,5 Prozent deutlich häufiger Bewertungsplattformen als die anderen untersuchten Systeme.
Trotz dieser Unterschiede spielt die eigene Website eine wichtige Rolle. Wenn alle vier KI-Systeme dasselbe Unternehmen auf Platz eins setzten, wurde dessen Website in 91 Prozent der Fälle als Quelle genannt.
Auch vollständige Standortprofile, lokale Landingpages, strukturierte Daten und aktuelle Inhalte gingen in der Untersuchung häufiger mit einer Berücksichtigung durch die KI-Systeme einher. Bei Handel und Gastronomie waren Standortseiten und Schema-Markup mit einer bis zu 3,9-fach höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, überhaupt in den Empfehlungen aufzutauchen. Yext weist allerdings darauf hin, dass die Untersuchung Zusammenhänge zeigt und daraus keine direkte Kausalität einzelner Faktoren abgeleitet werden kann.
Yext baut Plattform für KI-Sichtbarkeit aus
Yext baut seine Plattform für die Sichtbarkeit von Marken in KI-basierten Suchsystemen aus. Dafür erhält die Lösung Scout neue Funktionen zur Analyse und Optimierung auf Markenebene. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die automatisierte Umsetzung von Maßnahmen über KI-Agenten voran.
Scout soll künftig nicht mehr nur die Sichtbarkeit einzelner Standorte in klassischer und KI-basierter Suche analysieren. Die neuen Funktionen sollen auch auf Markenebene zeigen, wie Unternehmen in KI-generierten Antworten erscheinen, welche Quellen dabei zitiert werden und wo Optimierungspotenzial besteht. Yext testet die Neuerungen derzeit mit einer kleinen Zahl von Enterprise-Kunden. Eine breitere Verfügbarkeit ist für Ende September angekündigt.
Parallel baut Yext das Action Center weiter aus. Dort können von Scout identifizierte Maßnahmen inzwischen direkt über KI-Agenten umgesetzt werden. Zu den unterstützten Bereichen gehören Listings, Bewertungen, Social Media und der Yext Knowledge Graph.
GoShine-Technologie fließt in Plattform ein
Ein Teil der Weiterentwicklung basiert auf zugekaufter Technologie. Yext hatte bereits am 14. Juni den KI-Spezialisten GoShine AI übernommen. Aus den jetzt veröffentlichten Quartalsunterlagen geht hervor, dass der Kaufpreis bei 1,1 Millionen Dollar lag. Yext nennt als Ziel der Akquisition den Ausbau seiner Fähigkeiten bei Markensichtbarkeit, Analyse und automatisierter Content-Erstellung.
Neu ist außerdem Corvo AI. Das Angebot richtet sich an kleinere Unternehmen und soll über eine dialogbasierte, mobile Oberfläche konkrete Empfehlungen zur Verbesserung des lokalen Marketings geben und entsprechende Maßnahmen über Yext-Agenten umsetzen.















