Galeria ist erneut zahlungsunfähig. Deutschlands letzte große Warenhauskette hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die 83 verbliebenen Filialen sollen zunächst geöffnet bleiben. Rund 12.000 Beschäftigte sind von dem Verfahren betroffen.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat inzwischen ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet und den Rechtsanwalt Frank Kebekus zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Ob Standorte geschlossen werden müssen, ist bislang offen. Es ist bereits der vierte Insolvenzantrag des Unternehmens seit 2020.
Die erneute Krise kommt nur gut zwei Jahre nach der letzten Sanierung. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz. Nach der damaligen Neuaufstellung blieben 83 der zuvor 92 Warenhäuser erhalten.
Neue finanzielle Probleme wurden bereits im Frühjahr sichtbar. Mehrere Vermieter berichteten im April über ausbleibende Mietzahlungen. Im Juni sicherte sich Galeria eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro beim US-Finanzierer Gordon Brothers. Mit dem Kredit war ein auf drei Jahre angelegter Sanierungsplan verbunden.
Nur wenige Wochen später stellte Galeria 33 seiner 83 Warenhäuser auf den Prüfstand. Mit den jeweiligen Vermietern sollten neue Konditionen ausgehandelt werden. Ohne wirtschaftlich tragfähige Vereinbarungen drohte den betroffenen Standorten die Schließung. Eine Entscheidung über ihre Zukunft stand beim erneuten Insolvenzantrag noch aus.
Die wiederholten Sanierungen haben Galeria bereits deutlich verkleinert. 2019 erzielte Galeria Karstadt Kaufhof nach Angaben des EHI mit 174 Filialen einen Nettoumsatz von 4,5 Milliarden Euro. 2025 waren es mit weniger als der Hälfte der Standorte noch rund zwei Milliarden Euro.















