E-Commerce: Neun von zehn Auslands-Euro gingen nach China

Chinesische Händler dominierten die Onlineausgaben von EU-Verbrauchern außerhalb der Europäischen Union. Von insgesamt 55,1 Milliarden Euro, die 2025 bei Shops aus Drittstaaten ausgegeben wurden, entfielen 90,2 Prozent auf Anbieter aus China. Zu den wichtigsten Plattformen gehörten Temu, Shein und AliExpress.

Die Größenordnung betrifft allerdings nur einen Teil des europäischen Onlinehandels. Insgesamt verlässt etwa jeder achte im E-Commerce ausgegebene Euro die EU. Der Anteil der Importe stieg laut ECDB von sechs Prozent im Jahr 2022 deutlich an und soll 2026 rund 15 Prozent erreichen.

Ein Grund für Chinas hohen Anteil liegt in unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Viele US-Händler verfügen über lokale Shops, Lager und Fulfillment-Strukturen innerhalb der Europäischen Union. Bestellt ein deutscher Kunde beispielsweise über die deutsche Landesplattform eines amerikanischen Unternehmens, zählt dies nicht als Einkauf bei einem Anbieter außerhalb der EU. Chinesische Plattformen haben dagegen stärker auf den direkten grenzüberschreitenden Versand gesetzt.

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Dieses Modell gerät durch die neuen europäischen Zollregeln unter Druck. Seit Juli gelten veränderte Bedingungen für Kleinsendungen, auf denen ein erheblicher Teil des Geschäfts von Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress beruht. Gleichzeitig bauen chinesische Anbieter ihre Lager- und Logistikstrukturen innerhalb Europas aus.

Wie stark die Dominanz tatsächlich vom bisherigen Direktversandmodell abhing, dürfte sich deshalb erst in den kommenden Zahlen zeigen. Für 2025 dokumentiert die ECDB-Auswertung noch eine außergewöhnlich starke Konzentration der europäischen Drittlandsausgaben auf chinesische Händler.

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