Digital City Award zeichnet vier Konzepte für Handel und Innenstädte aus

Vier unterschiedliche Digitalprojekte aus Handel und Stadtmarketing sind mit dem Digital City Award 2026 ausgezeichnet worden. Die Gewinner aus Ahaus, Marburg, der Europa-Park-Region und Römerstein-Böhringen setzen auf Plattformen, Social Media, regionale Kundenbindung und künstliche Intelligenz. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, lokale Angebote sichtbarer zu machen und Kaufkraft vor Ort zu halten.

Insgesamt standen 15 bereits umgesetzte Lösungen zur Auswahl. Eine sechsköpfige Fachjury bewertete unter anderem ihren Nutzen für Handel und Standorte, messbare Ergebnisse, Praxisrelevanz und Skalierbarkeit. Statt eines Gesamtsiegers wurden vier Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten ausgezeichnet.

Ahaus verbindet mehr als 400 Angebote

In Ahaus bündelt eine auf der chayns-Plattform von Tobit.Software basierende SuperApp mehr als 400 Angebote aus Handel, Gastronomie und Freizeit sowie kommunale Dienste. Über eine gemeinsame Nutzer-ID stehen unter anderem Payment, ein digitaler Stadtgutschein und Smart-City-Funktionen zur Verfügung.

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Mehr als 10.000 Menschen nutzen das Angebot bereits. Besonders interessant für den Handel ist der integrierte Stadtgutschein, über den im vergangenen Jahr rund eine Million Euro umgesetzt wurden. Das Konzept kommt inzwischen auch in sechs weiteren Städten zum Einsatz, 14 weitere bereiten die Einführung vor.

Marburg erreicht Millionenpublikum über Social Media

Marburg verzichtet dagegen auf eine eigene technische Plattform und setzt beim Stadtmarketing auf soziale Netzwerke. Unter #marburgliebe werden Instagram und TikTok genutzt, um Veranstaltungen und lokale Akteure sichtbar zu machen und eine Community rund um die Stadt aufzubauen.

Mehr als 53.000 Menschen folgen dem Angebot auf Instagram, bei TikTok sind es über 10.000. Die Beiträge kamen 2025 auf mehr als 36 Millionen Aufrufe. Die LBMA nennt außerdem ausverkaufte Veranstaltungen sowie steigende Besucherfrequenzen und Handelsumsätze als Auswirkungen. Konkrete Zahlen zu diesen wirtschaftlichen Effekten werden allerdings nicht ausgewiesen.

Europa-Park soll Kaufkraft in die Umgebung bringen

Sieben Gemeinden rund um den Europa-Park verfolgen einen gemeinsamen Ansatz. Eine regionale Card und App verbindet den Freizeitpark mit Handel, Gastronomie, Beherbergung und weiteren Angeboten in der Umgebung. Ziel ist es, einen größeren Teil der Besucher auch als Kunden für die umliegenden Orte zu gewinnen.

Das System kombiniert eine digitale und physische Karte mit Gutscheinen, Cashback, Payment und Mitarbeiter-Benefits. Seit dem Start im April haben sich mehr als 8.000 Nutzer registriert, über 60 Betriebe beteiligen sich.

Schuh-Beck entwickelt Eigenmarke mit KI

Dass solche Projekte nicht auf Städte und große Verbünde beschränkt sind, zeigt Schuh-Beck aus Römerstein-Böhringen. Der mittelständische Händler nutzt künstliche Intelligenz, um eine eigene Markenlinie zu entwickeln und über stationäre sowie digitale Kanäle zu vermarkten.

Die LBMA bezeichnet die Eigenmarke als umsatzstark und sieht den Ansatz als übertragbar auf andere kleinere Händler. Zahlen zum erzielten Umsatz oder zur Entwicklung gegenüber dem bisherigen Sortiment nennt die Veröffentlichung allerdings nicht.

Die vier Gewinner zeigen damit unterschiedliche Wege, digitale Angebote mit dem stationären Handel und lokalen Standorten zu verbinden. Ahaus setzt auf eine zentrale Infrastruktur, Marburg auf Reichweite und Community, die Europa-Park-Region auf ein gemeinsames Kundenbindungssystem und Schuh-Beck auf neue Möglichkeiten bei Produktentwicklung und Vermarktung.

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