Die Handelsgastronomie in Deutschland ist 2025 stärker gewachsen als erwartet. Der Branchenumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent von 12,41 auf 13,29 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Höchststand.

Das Wachstum fiel nach Angaben des EHI Retail Institute drei Prozentpunkte höher aus, als die befragten Händler ein Jahr zuvor erwartet hatten. Für 2026 rechnen die Gastronomieverantwortlichen mit einem weiteren Umsatzanstieg um durchschnittlich 4,3 Prozent.
Den größten Anteil am Markt hat mit 62,7 Prozent der Lebensmitteleinzelhandel. Shopping-Center kommen auf 18,6 Prozent, Tankstellen auf 9,5 Prozent. Dahinter folgen der Möbelhandel mit 3,8 Prozent sowie Baumärkte und Gartencenter mit 3,5 Prozent. Allein auf den Lebensmitteleinzelhandel entfallen mehr als drei Viertel der insgesamt erfassten Standorte.
Weiteres Wachstum erwarten die Händler vor allem bei schnell verfügbaren Angeboten. 63 Prozent nennen das To-go- und Snackgeschäft als Wachstumstreiber für die kommenden drei Jahre. Convenience- und Ready-to-Eat-Produkte für den Verzehr zwischendurch stehen bereits für 17,5 Prozent des Umsatzes der Handelsgastronomie. Take-away und Mittagessen werden von jeweils 51,9 Prozent als Wachstumsfelder genannt.
Das EHI führt die Entwicklung unter anderem auf veränderte Konsumanlässe, professionellere gastronomische Angebote des Handels und den Ausbau von To-go-Konzepten zurück. Hinzu kommt ein Trading-Down-Effekt: Angesichts hoher Preise in der klassischen Gastronomie greifen Verbraucher häufiger zu preisgünstigeren Alternativen im Handel. In einer ergänzenden YouGov-Erhebung bezeichneten 72 Prozent Restaurantbesuche als zu teuer.
Damit entwickelt sich die Gastronomie für Händler zunehmend von einem zusätzlichen Service zu einem eigenständigen Geschäftsfeld. Gerade Lebensmittelhändler profitieren davon, dass sie bestehende Standorte und Kundenfrequenz mit zusätzlichen Konsumanlässen verbinden können.















