Der deutsche Onlinehandel ist mit einem moderaten Wachstum ins Jahr 2026 gestartet. Laut bevh legten die Umsätze im ersten Quartal um 3,6 Prozent auf rund 20,4 Milliarden Euro zu. Die Zahlen basieren auf einer laufenden Verbraucherbefragung und sind nicht inflationsbereinigt. Damit setzt sich der Erholungstrend fort, der sich bereits im Vorjahr abgezeichnet hatte.

Auffällig ist die Verschiebung innerhalb der Warengruppen. Besonders stark wuchsen erneut Segmente des täglichen Bedarfs. Lebensmittel legten um 12,3 Prozent zu, Drogerieartikel inklusive Kosmetik um 10,1 Prozent. Auch Medikamente verzeichneten mit 9,8 Prozent ein deutliches Plus. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Onlinekauf zunehmend in Alltagsbereiche verlagert.
Stabil zeigte sich der Modehandel, der weiterhin zu den umsatzstärksten Segmenten zählt. Bekleidung wuchs um 3,6 Prozent, Schuhe um 3,7 Prozent. Freizeitartikel entwickelten sich ebenfalls positiv und legten um 6,2 Prozent zu. Deutlich schwächer blieb hingegen der Bereich Unterhaltungsmedien, der mit einem Plus von 0,2 Prozent faktisch stagnierte.
Unterschiede waren sich auch bei den Vertriebskanälen zu sehen. Marktplätze verzeichneten mit 5,2 Prozent das stärkste Wachstum und bauen ihre Bedeutung weiter aus. Multichannel-Händler konnten um 3,9 Prozent zulegen. Reine Onlinehändler kamen dagegen nur auf ein Plus von 0,6 Prozent und verlieren damit weiter an Dynamik.
Asiatische Plattformen gewinnen weiter an Gewicht
Besonders dynamisch entwickeln sich weiterhin die aus Asien stammenden Plattformen. Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress steigerten ihre Umsätze im ersten Quartal um 12,9 Prozent. Ihr gemeinsamer Marktanteil wuchs von 4,5 auf 4,9 Prozent. Damit wachsen diese Plattformen weiterhin deutlich schneller als der Gesamtmarkt, auch wenn sich die Dynamik im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt hat.
Der Gesamtmarkt zeigt sich trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten stabil. Gleichzeitig bleiben strukturelle Herausforderungen bestehen. Neben steigenden Kosten und geopolitischen Risiken sehen Branchenvertreter insbesondere regulatorische Entwicklungen als möglichen Belastungsfaktor für die weitere Entwicklung.
















