KI und Mobile verändern den Checkout

Der Zahlungsdienstleister Stripe zeigt in einer aktuellen Auswertung, wie sich der Checkout im Onlinehandel verändert. Mobile Nutzung, digitale Wallets und erste KI-Agenten prägen den Kaufabschluss.

Die Analyse von Stripe basiert auf Zahlungs- und Checkout-Daten von mehr als 20.000 B2C-Unternehmen weltweit sowie auf ergänzenden Umfragen in Europa, Nordamerika und Asien. Die Ergebnisse zeigen, dass der Checkout heute weit mehr ist als ein technischer Zahlungsschritt. Er entwickelt sich zu einem zentralen Punkt für Conversion, Identitätsprüfung und Steuerung der Customer Journey.

Ein wesentlicher Treiber ist die mobile Nutzung. Bereits 65 Prozent aller Transaktionen unter 50 Dollar erfolgen über Smartphones. Gleichzeitig verlagern sich auch höherpreisige Käufe zunehmend auf mobile Endgeräte. Selbst Bestellungen über 500 Dollar werden häufiger direkt am Smartphone abgeschlossen, während der Wechsel auf den Desktop an Bedeutung verliert.

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Parallel gewinnen digitale Wallets weiter an Gewicht. Sie machen rund 30 Prozent des globalen Zahlungsvolumens aus. Laut Umfrage würden 61 Prozent der Nutzer Wallets aktiv einsetzen. Die durchschnittliche Checkout-Zeit auf mobilen Geräten sinkt durch ihren Einsatz auf rund 42 Sekunden und liegt damit etwa halb so hoch wie bei manueller Eingabe. Die Nutzung ist dabei stark von Region und Altersgruppe abhängig. So greifen etwa 79 Prozent der 18- bis 29-Jährigen auf Wallets zurück, während ältere Gruppen deutlich seltener darauf setzen.

Für den internationalen Handel wird die Auswahl der richtigen Zahlarten zum entscheidenden Faktor. In vielen Märkten reicht es nicht mehr aus, globale Standards anzubieten. Stattdessen müssen Checkout-Prozesse stärker lokalisiert werden. Schon eine unpassende Zahlart kann die Conversion um bis zu 15 Prozent senken. Umgekehrt zeigen Beispiele wie Polen und Brasilien, dass etablierte lokale Verfahren die Abschlussrate deutlich steigern können – um 46 Prozent bei BLIK und um 31 Prozent bei Pix. Gleichzeitig haben bereits 45 Prozent der Verbraucher im vergangenen Jahr mindestens einmal international eingekauft, was die Bedeutung lokal angepasster Checkout-Prozesse weiter erhöht.

KI verändert den Kaufabschluss

Zusätzlich entsteht ein neuer Einflussfaktor: KI-gestützte Kaufprozesse. In Deutschland zeigen sich 72 Prozent der Befragten offen dafür, dass digitale Assistenten Kaufentscheidungen unterstützen. Dadurch entstehen neue Einstiegspunkte in den Kaufprozess. Neben mobilen und klassischen Desktop-Zugängen entwickelt sich damit ein zusätzlicher Kanal, über den Käufe vorbereitet oder direkt ausgelöst werden.

Gleichzeitig nimmt die technische Komplexität im Hintergrund zu. Automatisierte Betrugsversuche werden leichter skalierbar, was strengere Prüfmechanismen erfordert. Neue Systeme versuchen, diesen Zielkonflikt aufzulösen, indem sie Transaktionen in Echtzeit bewerten und legitime Käufe besser erkennen. Durch den Einsatz solcher Systeme lassen sich Betrugsfälle laut Analyse um rund 30 Prozent reduzieren, ohne die Conversion zu verschlechtern.

Mit der Verlagerung auf mobile Nutzung und zusätzliche Schnittstellen gewinnt der Checkout weiter an Bedeutung im Wettbewerb. Neben Sortiment und Preis rückt die technische Umsetzung des Kaufabschlusses stärker in den Fokus, insbesondere im internationalen Geschäft.

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