Verbraucherzentrale: Massive Versäumnisse bei Fakeshop-Werbung

Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisiert Google und Meta für unzureichende Maßnahmen gegen betrügerische Online-Shops. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass zahlreiche Fakeshops über Werbeanzeigen auf den beiden Plattformen hohe Reichweiten erzielen konnten.

Der Verband untersuchte 653 Fakeshops, vor denen der Fakeshop-Finder bereits gewarnt hatte. Für die Hälfte dieser Seiten fanden sich Anzeigenbuchungen über Angebote von Google oder Meta. Besonders reichweitenstarke Shops erzielten mindestens 134 Millionen Impressionen allein im Google-Umfeld. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Kriminelle ihre täuschend echt gestalteten Webseiten gezielt über große Werbesysteme verbreiten. Laut einer Forsa-Befragung ist nahezu jede achte Person, die in den vergangenen zwei Jahren online eingekauft hat, auf einen Fakeshop hereingefallen.

Der Digital Services Act verpflichtet sehr große Plattformen, systemische Risiken ihrer Geschäftsmodelle zu erkennen und zu reduzieren. Nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbands erfüllen Werbeplattformen diese Pflicht bisher unzureichend. Ramona Pop, Vorständin des Verbands, fordert daher eine konsequente Durchsetzung der Regeln durch die Europäische Kommission. Die Plattformen müssten stärker gegen betrügerische Anzeigen vorgehen und den Missbrauch ihrer Werbesysteme wirksam unterbinden.

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Die Problematik stellt sich im Kontext einer wachsenden Bedrohungslage dar. 2024 registrierten Verbraucherzentralen mehr als 10.000 Beschwerden zu Fakeshops, ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die ersten drei Quartale 2025 wurden bereits über 8.000 Beschwerden gemeldet. Parallel zeigen repräsentative Befragungen, dass 70 Prozent der Online-Käufer in den vergangenen zwei Jahren auf verdächtige Shops gestoßen sind. Inzwischen wirken viele der betrügerischen Seiten professionell gestaltet, was die Erkennung erheblich erschwert. Der finanzielle Schaden summiert sich auf Millionenbeträge.

Beim Deutschen Verbrauchertag 2025 soll unter dem Titel „Shopping 4.0 – Wer zahlt den Preis?“ über zusätzliche Schutzmechanismen diskutiert werden. Neben Fakeshops geht es dort auch um manipulative Designs, personalisierte Verkaufstaktiken, den Umgang mit unsicheren Produkten aus Drittstaaten und die wachsende Rolle von KI-Agenten im digitalen Einkauf. Aus Sicht des Verbands besteht politischer Handlungsbedarf, um Verbraucherrechte zu stärken und neue Risiken frühzeitig zu begrenzen.

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