Agentic Commerce ist bei einem Großteil des deutschsprachigen Handels zumindest auf der Agenda angekommen. Rund sechs von zehn Handelsunternehmen beschäftigen sich bereits mit KI-Systemen, die Kauf- oder Handelsprozesse weitgehend autonom ausführen oder steuern. Mehr als elf Prozent setzen bereits konkrete Anwendungen ein.

Das zeigt eine Studie des EHI Retail Institute, die im Auftrag des IT-Dienstleisters SoftServe durchgeführt wurde. Befragt wurden im Juli und August 218 Personen aus zwölf Branchen des deutschsprachigen Handels. Rund ein Viertel der Teilnehmenden arbeitet auf Geschäftsführungs- oder Vorstandsebene.
Bei der konkreten Strategie herrscht allerdings noch große Unsicherheit. 44,9 Prozent der Befragten haben noch nicht entschieden, ob sie eigene Agenten entwickeln oder auf bestehende Systeme setzen wollen. 23,6 Prozent arbeiten bereits mit einem Dienstleister zusammen, weitere 32,4 Prozent planen eine solche Kooperation.
Von eigenen KI-Agenten versprechen sich die Händler vor allem höhere Conversion-Raten und eine stärkere Personalisierung. Beide Ziele nennen jeweils knapp 70 Prozent. Mehr als die Hälfte sieht zudem Potenzial bei Kundenservice und Kundenbindung. Bei den Voraussetzungen für den Einsatz zeigt die Studie dagegen noch Lücken: Nur gut ein Fünftel hält das eigene Unternehmen personell für ausreichend aufgestellt, lediglich 39,2 Prozent bewerten ihre Datenbasis als eher gut oder sehr gut.
Entsprechend groß ist die Differenz zwischen aktuellem Einsatz und den Erwartungen an die kommenden Jahre. Derzeit sehen nur zehn Prozent der Befragten eine große Bedeutung von Agentic Commerce für den Handel. Mehr als 90 Prozent rechnen jedoch damit, dass die Technologie den Handel innerhalb der kommenden zehn Jahre nachhaltig prägen wird. Besonders schnell wird der Wandel im E-Commerce erwartet: In fünf Jahren rechnen 85,8 Prozent mit einem starken Einfluss auf den Onlinehandel.















