Primark will erstmals Bestellungen direkt zu seinen Kunden nach Hause liefern. Der Modehändler kündigte an, künftig in Großbritannien einen klassischen Versand anzubieten und vollzieht damit einen deutlichen Kurswechsel bei seiner E-Commerce-Strategie.

Bislang beschränkte sich Primark im Onlinehandel auf Click & Collect. Das Unternehmen hatte einen klassischen Versand seiner vergleichsweise preisgünstigen Produkte lange mit dem Argument abgelehnt, dass sich das Geschäftsmodell wirtschaftlich nicht rechne. Inzwischen hätten sich sowohl die Erwartungen der Kunden als auch die Rahmenbedingungen im Onlinehandel verändert. Gleichzeitig habe der Erfolg von Click & Collect Primark darin bestärkt, den nächsten Schritt zu gehen.
Für die neue Strategie hat Primark ein hochautomatisiertes Fulfillment-Center in Sheffield erworben. Nach Angaben von Mutterkonzern Associated British Foods soll die Hauszustellung zusätzliches profitables Wachstum ermöglichen. Das Filialgeschäft soll dennoch weiterhin im Mittelpunkt des Geschäftsmodells stehen.
Wann die ersten Pakete verschickt werden, steht noch nicht fest. Primark hat bislang weder einen Starttermin noch konkrete Angaben zu Versandkosten, Mindestbestellwert oder Sortiment veröffentlicht. Konzernchef George Weston verwies allerdings darauf, dass sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen für Hauszustellungen unter anderem durch höhere Liefergebühren und veränderte Retourenbedingungen verbessert hätten.
Der Schritt ist für Primark ungewöhnlich weitreichend. Der Händler hat seine digitalen Angebote in den vergangenen Jahren zwar ausgebaut, nutzte sie aber vor allem zur Unterstützung des stationären Geschäfts. Mit der Hauszustellung wird der Onlineshop erstmals selbst zu einem vollständigen Vertriebskanal.















