MediaMarktSaturn stellt Weichen für Plattformwachstum

Ceconomy setzt für MediaMarktSaturn neue Ziele. Marketplace, Retail Media, Services und lokale Liefermodelle sollen den Elektronikhändler ertragsstärker machen. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 soll der Umsatz auf rund 24 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte EBIT soll 800 Millionen Euro erreichen, der Free Cashflow rund 300 Millionen Euro.

(Bild: Ceconomy)

Die Muttergesellschaft sieht den Elektronikhändler laut Präsentationen auf dem Strategy Day 2026 in Hamburg auf dem Weg zu einer Omnichannel-Plattform, die Märkte, Onlinegeschäft, Partnerangebote und Serviceleistungen enger verbindet. Besonders deutlich wird das beim Marketplace-Geschäft. Ceconomy erwartet für 2025/26 ein Gross Merchandise Volume von 800 Millionen Euro. Bis 2028/29 soll dieser Wert auf 1,9 Milliarden Euro steigen. Die Erlöse aus Retail Media sollen im gleichen Zeitraum von 150 Millionen Euro auf 230 Millionen Euro Bruttoertrag wachsen. Auch Services & Solutions bleiben ein zentrales Wachstumsfeld.

Die Filialen bleiben dabei ein wichtiger Hebel. MediaMarktSaturn verbindet lokale Bestände, digitale Bestellwege und schnelle Lieferung. Die Märkte dienen damit nicht nur als Verkaufsflächen, sondern auch als Warenbasis für kurzfristige Bestellungen in städtischen Liefergebieten.

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Wolt ergänzt Liefernetz

Seit Juli ergänzt Wolt dieses Liefernetz. MediaMarktSaturn bietet in Berlin, Frankfurt am Main, Hannover, Köln und München rund 2.000 Elektronikartikel über die Plattform an. Die Lieferung soll nach Angaben der Unternehmen in rund 35 Minuten erfolgen. Eingebunden sind zunächst elf Märkte.

Wolt ist dabei kein völlig neuer Ansatz, sondern ein weiterer Partner im lokalen Liefernetz. MediaMarktSaturn hatte die Zusammenarbeit mit Lieferando bereits 2023 ausgebaut. Damals ging es um Expresslieferungen aus Märkten, zunächst unter anderem in Berlin und später in weiteren Städten. 2024 folgte eine deutschlandweite Partnerschaft mit Uber Direct für Sofortlieferungen innerhalb von 90 Minuten.

Die Schnelllieferangebote zeigen, wie MediaMarktSaturn die eigene Filialstruktur in digitale Services einbindet. Das Modell kann vor allem bei Zubehör, Ersatzgeräten, Kopfhörern, Ladekabeln, Gaming-Artikeln oder kleineren Haushaltsgeräten funktionieren. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Kontaktpunkte außerhalb der eigenen Kanäle. Das erhöht die Reichweite, schafft aber auch neue Abhängigkeiten von Plattformpartnern.

Übernahme durch JD.com

Auch das laufende Übernahmeverfahren durch JD.com gehört in diesen Umbau. Der chinesische Onlinehändler hatte ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Ceconomy angekündigt. Ceconomy beschreibt die Vereinbarung zugleich als strategische Investmentpartnerschaft. JD.com soll Technologie, Omnichannel-Erfahrung und Logistikinfrastruktur einbringen. MediaMarktSaturn will seine IT-Systeme und Kundendaten nach eigenen Angaben unabhängig halten.

Der Strategy Day zeigt, wie Ceconomy MediaMarktSaturn positioniert: weniger abhängig vom reinen Geräteverkauf, stärker ausgerichtet auf Marketplace, Retail Media, Services und digitale Kundenschnittstellen. Die Schnelllieferpartnerschaften mit Wolt, Lieferando und Uber zeigen, wie das Filialnetz in diese Plattformlogik eingebunden wird.

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