Lebensmitteleinkauf bleibt vor allem pragmatisch

Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ernährungstrends prägen die öffentliche Debatte. Beim tatsächlichen Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel dominieren jedoch weiterhin Preis, Nähe und Alltagstauglichkeit.

Der Lebensmitteleinkauf in Deutschland bleibt stark von Routinen und praktischen Kriterien geprägt. Das zeigt das neue Consumer Barometer von KPMG in Kooperation mit dem EHI. Demnach kaufen Verbraucher im Schnitt 4,49 Mal pro Woche im stationären Handel ein. Bei der Wahl der Einkaufsstätte achten sie vor allem auf gute Erreichbarkeit und Nähe sowie auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

86,5 Prozent der Befragten bewerten Erreichbarkeit oder Nähe als wichtig oder sehr wichtig. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis nennen 85,9 Prozent als entscheidenden Faktor. Zudem vergleichen 72,9 Prozent häufig oder sehr häufig die Preise verschiedener Lebensmittelprodukte. Supermärkte und Discounter bleiben die wichtigsten Einkaufsorte: 77,5 Prozent besuchen Supermärkte häufig oder sehr häufig, bei Discountern sind es 77 Prozent.

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Apps ergänzen den Alltag

Auch digitale Angebote spielen im Lebensmitteleinkauf eine wachsende Rolle, ersetzen klassische Kanäle aber nicht. Rabatt- und Couponaktionen in Apps werden laut Studie von 68,6 Prozent der Befragten genutzt. Gleichzeitig behalten gedruckte Handzettel mit 52,5 Prozent eine hohe Relevanz. Der Online-Lebensmittelhandel konzentriert sich weiterhin auf bestimmte Zielgruppen, vor allem jüngere und urbane Verbraucher.

Social-Media-Beiträge, KI-Empfehlungen oder spezialisierte Onlineangebote bleiben dagegen im tatsächlichen Lebensmitteleinkauf eher untergeordnet. Das zeigt eine Diskrepanz zwischen öffentlicher Aufmerksamkeit und Konsumalltag: Während in Debatten häufig über Nachhaltigkeit, neue Ernährungsformen oder digitale Innovationen gesprochen wird, entscheiden Verbraucher im Alltag meist nach Preis, Verfügbarkeit, Nähe und praktischer Integration in den Tagesablauf.

Alternative Ernährungsformen gewinnen dennoch an Bedeutung. Omnivore Ernährung bleibt mit 58 Prozent zwar der Standard, flexitarische, vegetarische und vegane Ernährungsweisen sind aber besonders bei jüngeren und urbanen Zielgruppen stärker verbreitet. Entsprechend werden pflanzliche Milchalternativen, Fleischersatzprodukte oder funktionale Produkte in Städten häufiger gekauft als im ländlichen Raum.

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