H&M baut auf Mikroorganismen

Die Produktion von klassischem Zement verursacht über acht Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen und übertrifft in dieser Hinsicht sogar den klimaschädlichen Effekt der kompletten Transportindustrie. Die H&M-Gruppe möchte für die Bodenbeläge ihrer rund 5.000 Filialen deshalb künftig eine alternative Lösung verwenden.

Den Biomason-Biozement gibt es inzwischen auch in unterschiedlichen Designs (Bild: Biomason)

Das Unternehmen ist der erste große Partner des US-Start-Ups Biomason, das bei der Herstellung von Zementziegeln und -fliesen komplett auf die bislang notwendige Schmelze bei rund 1.450 Grad verzichtet. Für diesen sogenannten Biozement werden Microorganismen angeregt, ähnlich wie bei der Produktion von Korallen zu agieren und so innerhalb von 24 Stunden ein fertiges Produkt zu schaffen. Bei der verwendeten Methode wird der Kohlenstoff mit eingebunden, statt als Nebenprodukt in die Luft zu gelangen.

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Die Fähigkeit von Biomason, den Kohlenstoff-Fußabdruck entscheidend zu beeinflussen, führte zur strategischen Partnerschaft mit der H&M-Gruppe, die derzeit intensiv nach nachhaltigen Lösungen sucht. „Bisher konnten wir die durch diese Materialien verursachten Emissionen nur reduzieren, indem wir weniger von ihnen verwendeten. Das ist einfach nicht genug“, erklärt Martin Ekenbark, Projektmanager im Circular Innovation Lab der H&M Group. „Die Technologie von Biomason kann ein entscheidender Baustein sein, um Kohlenstoffneutralität in unseren Umgebungen zu erreichen, von Geschäften über Büros bis hin zu Produktionsstätten.“

„Wir haben Biomason mit der Überzeugung gegründet, dass weniger schlecht zu sein nicht gut genug ist, und haben erkannt, dass wir zur Bekämpfung des Klimawandels sofortige, revolutionäre Entwicklungen in der Zementindustrie benötigen“, sagt Biomason-Gründerin Krieg Dosier. „Wir freuen uns darauf, zusammen mit der H&M Group unsere gemeinsamen Ziele der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit zu verwirklichen.“

Beschränkte Produktionskapazitäten

Biomason besitzt derzeit noch recht begrenzte Produktionskapazitäten und muss seine Fabriken aufgrund des hohen Gewichts der verwendeten Materialien nahe bei seinen Kunden eröffnen. Gegenüber „Forbes“ erklärte das Unternehmen, das zusammen mit einem ungenannten Partner dieses Jahr die Herstellung in Europa beginnen soll, um potentielle Abnehmer vor Ort zu versorgen. Innerhalb der nächsten fünf Jahren werden laut der Vision Dutzende Fabriken weltweit entstehen.

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