GameStop greift nach eBay

Der Videospielehändler GameStop hat ein unverbindliches Übernahmeangebot für eBay vorgelegt. Geboten werden 125 Dollar je Aktie, was einem deutlichen Aufschlag auf den bisherigen Börsenkurs entspricht. Die Transaktion soll zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien erfolgen.

(Bild: Ebay)

eBay bestätigte den Eingang des Angebots und prüft den Vorschlag. Kontakte im Vorfeld habe es nicht gegeben. Der Verwaltungsrat will nun bewerten, ob die Offerte im Interesse der Aktionäre ist.

Auffällig ist das Größenverhältnis der beiden Unternehmen. eBay betreibt einen globalen Marktplatz mit rund 135 Millionen Käufern in fast 190 Märkten, während das bereits mit rund fünf Prozent an eBay beteiligte GameStop deutlich kleiner ist und sich noch im Umbau seines Geschäftsmodells befindet. Die Übernahme müsste daher zu großen Teilen über externe Finanzierung gestemmt werden.

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Omnichannel als Argument

Im Mittelpunkt des Angebots stehen vor allem Kostensenkungen. GameStop sieht Einsparpotenziale von rund zwei Milliarden Dollar pro Jahr. Ein großer Teil soll im Marketing entstehen. eBay gab 2025 rund 2,4 Milliarden Dollar für Vertrieb und Werbung aus, während die Zahl der aktiven Käufer nur leicht stieg.

Darüber hinaus setzt GameStop auf eine stärkere Verzahnung von Online- und Offline-Geschäft. Die eigenen Filialen könnten als Infrastruktur für Logistik, Prüfung von Waren oder Live-Commerce genutzt werden. Damit würde eBay stärker in Richtung eines integrierten Handelsmodells entwickelt.

eBay verweist dagegen auf die eigene Strategie. Der Marktplatz sieht sich gut positioniert und setzt auf kontinuierliche Weiterentwicklung statt auf grundlegende Strukturänderungen.

Ob es zu einer Übernahme kommt, ist offen. Das Angebot ist nicht bindend und steht unter üblichen Vorbehalten. Entscheidend wird sein, ob GameStop ein verbindliches Angebot vorlegt und ob eBay darin einen überzeugenden Mehrwert sieht.

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