Der erste bundesweite Lockdown jährt sich zum fünften Mal. Was als Ausnahmesituation begann, hat tiefgreifende Veränderungen im Konsumverhalten ausgelöst. Eine aktuelle Analyse von NIQ zeigt, welche Entwicklungen geblieben sind – und welche sich als temporär erwiesen haben.

Während der Pandemie erlebte Nachhaltigkeit einen deutlichen Bedeutungszuwachs. Viele Menschen nutzten die erzwungene Entschleunigung, um ihr Konsumverhalten zu überdenken. Doch das Momentum ist verflogen: Laut NIQ empfinden heute nur noch 22 % Schuldgefühle bei nicht-nachhaltigem Verhalten – deutlich weniger als die 30 % im Jahr 2019. Auch die Bereitschaft, persönliche Opfer für den Klimaschutz zu bringen, ist gesunken.
Dennoch zeigen sich stabile Nischen. Besonders pflanzenbasierte und Bio-Produkte behaupten sich weiter, vor allem durch Handelsmarken im Discount. Nachhaltigkeit wird akzeptiert – solange sie bezahlbar bleibt.
Auch das Gesundheitsbewusstsein, während der Pandemie zeitweise ein zentrales Thema, hat spürbar nachgelassen. Der Anteil derer, die aktiv nach gesunden Lebensmitteln suchen, liegt inzwischen sogar unter dem Vor-Corona-Niveau. Statt langfristiger Prävention rückt ein kurzfristig motiviertes Körperbewusstsein in den Vordergrund – befeuert von sozialen Medien und Fitness-Trends. Proteinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel verzeichnen vor allem bei jungen Zielgruppen starke Zuwächse.
Neue Alltagsmuster zwischen Convenience und Preisfokus
Die Pandemie hat das Konsumverhalten in vielen Bereichen dauerhaft verändert. Zwar ist der Anteil reiner Homeoffice-Tätigkeit rückläufig, doch hybride Arbeitsmodelle sind etabliert – und mit ihnen ein gesteigertes Bedürfnis nach Bequemlichkeit im Alltag. Tiefkühlprodukte, Trinkmahlzeiten und schnelle Lösungen für zu Hause bleiben gefragt.
Auch der Online-Handel profitiert weiterhin vom Digitalisierungsschub der Corona-Zeit. Besonders der Anteil technischer Gebrauchsgüter im E-Commerce hat sich seit 2019 fast verdoppelt. Für viele Omnichannel-Händler hat sich der Onlineverkauf zu einem festen und relevanten Umsatzpfeiler entwickelt.
Während der Lockdowns dominierten große Wocheneinkäufe und Vorratshaltung, inzwischen greifen die Konsumenten wieder häufiger zu kleineren, preisgetriebenen Einkaufstrips. Die Rückkehr zu spontanerem Konsum spiegelt sich auch im Verhalten an der Kasse: Die Lust auf Premium und Genuss ist abgeflaut – stattdessen dominieren Rabatte, Aktionen und gezieltes Preisbewusstsein. Besonders im Elektronikbereich hat sich das strategische Warten auf Anlässe wie den Black Friday etabliert.















