Auf der EuroShop 2026 in Düsseldorf hatte Angelique Szameitat, Chefredaktion der GFM Nachrichten die Gelegenheit, Oliver Lohmuller-Gillot, Managing Director bei TeleCash from Fiserv, und John Kolthof, Chief Commercial Officer bei CCV from Fiserv, zum Interview zu treffen. Erstmals präsentierten sich beide Marken gemeinsam unter dem Dach von Fiserv – mit einer klaren Botschaft: „Two brands. One platform. One retail future.“ Im Gespräch verraten die beiden, warum der Zusammenschluss für den Handel mehr bedeutet als ein Messesignal, welche Payment-Trends die Branche gerade am stärksten bewegen und wieso die Deutschland-Premiere von Clover ein echter Meilenstein für den deutschen POS-Markt ist.

Herr Lohmüller-Gillot, Herr Kolthof, erstmals treten TeleCash und CCV from Fiserv gemeinsam auf einer Messe auf. Was war der Grund für diesen Schritt – und was bedeutet „Two brands. One platform. One retail future.“ konkret für Ihre Kunden?
Oliver Lohmüller-Gillot: Wir freuen uns wirklich sehr, dass CCV zur Fiserv-Familie dazugestoßen ist. Und dieser gemeinsame Auftritt auf der EuroShop ist für uns mehr als ein Messesignal. Er steht für eine Antwort auf eine Entwicklung, die den Handel gerade grundlegend verändert. Die Zukunft des Handels ist mobil, automatisiert, und sie findet überall dort statt, wo sich Kundinnen und Kunden aufhalten. Zahlungen erfolgen längst nicht mehr ausschließlich an der klassischen Kasse. Sie passieren direkt auf der Verkaufsfläche, an Self-Service-Terminals, in Pop-up-Stores oder sogar mitten in der Warteschlange.
CCV bringt tiefe Expertise im bargeldlosen Zahlungsverkehr und vor allem mit den Kernkompetenzen in der Verbindung von stationärem Handel, E-Commerce und automatisierten Systemen (Omni-Channel) – Kompetenzen, die unser gemeinsames Ökosystem jetzt konsequent vervollständigen. TeleCash, seit 2019 Teil von Fiserv, und CCV, seit 2025 zur Fiserv-Familie gehörend, bündeln ihre langjährige Marktexpertise mit der globalen Technologiekompetenz von Fiserv. Das Ergebnis ist ein durchgängiges Payment-Ökosystem, das Mobilität, Automatisierung und klassische POS-Szenarien nahtlos verbindet.
Kolthof: Aus meiner Sicht war dieser Schritt fast schon zwingend logisch. CCV war jahrzehntelang ein erfolgreiches Familienunternehmen – mit einer tiefen Verbundenheit zu seinen Kunden, insbesondere in den Niederlanden, Belgien und Deutschland. Was sich seit dem Eintritt in die Fiserv-Familie 2025 geändert hat, ist die Dimension: Wir gehören jetzt zu einem international agierenden Haus, das globale Technologieinfrastruktur mit echter Marktexpertise verbindet. Und genau diese Kombination spüren die Händler: mehr Möglichkeiten, mehr Stabilität, mehr Zukunftssicherheit.
Herr Kolthof, CCV ist seit 2025 Teil von Fiserv. Wie schnell konnten Synergien genutzt werden und welche Vorteile ergeben sich daraus für den europäischen Handel?
Kolthof: Ehrlich gesagt: schneller, als wir erwartet hatten. Der Fokus lag von Anfang an darauf, die Größe von Fiserv in echten Mehrwert für Händler zu verwandeln, nicht nur auf dem Papier, sondern ganz konkret am Point of Sale. Die EuroShop 2026 ist unser erster großer gemeinsamer Auftritt, und er zeigt: Wir haben keine Zeit verloren. Mobility, Self-Service, Vending sind keine Zukunftsthemen mehr. Das sind die Anforderungen von heute. Und als Teil von Fiserv können wir diese Anforderungen jetzt in einem Umfang bedienen, der uns als eigenständiges Unternehmen nicht möglich gewesen wäre.
Themen-Highlights: Was bewegt den Handel?
Ihr Messeauftritt steht unter den Themen Mobility Infrastructure, Self-Service Vending und Mobile around POS. Welcher Bereich ist für den deutschen Handel derzeit besonders relevant?
Lohmüller-Gillot: Ich würde sagen: „Mobile around POS“ ist das Thema, das die größte Sofortwirkung hat. Viele Händler haben heute noch eine klassische Kasse, die gut funktioniert; aber davor staut sich die Schlange. Die Lösung ist oft einfacher als gedacht: mobile Zusatzterminals, die die bestehende Infrastruktur ergänzen. Kein Systemwechsel, kein großes Projekt, sondern ein gezielter, smarter Schritt, der die Conversion direkt verbessert.
Kolthof: Meine Antwort wäre „Self-Service Vending“; und zwar weil hier der Druck am größten ist. Der Fachkräftemangel ist real, die Kostenstrukturen im Handel sind unter Druck, und gleichzeitig steigt die Erwartung der Kunden an rund um die Uhr verfügbare Einkaufsmöglichkeiten. Wer heute unbemannte Verkaufsmodelle sicher und skalierbar betreiben kann, hat einen echten Wettbewerbsvorteil. Genau das zeigen wir an unserem Stand: keine Theorie, sondern funktionierende Lösungen.
Deutschland-Premiere Clover – Das Highlight & Was bewegt den Handel 2026?
Herr Lohmüller-Gillot, mit Clover stellen Sie auf der EuroShop ein neues System für Deutschland vor. Was unterscheidet es von klassischen Kassensystemen?
Lohmüller-Gillot: Clover ist kein Kassensystem im klassischen Sinne. Es ist ein Geschäfts-Cockpit. Was ich damit meine: Die meisten Händler kennen das Problem: Sie haben ein System für Zahlungen, ein anderes für die Warenwirtschaft, wieder eines für Lieferdienste, und dann noch ein Zeiterfassungstool für das Personal. Diese Fragmentierung kostet Zeit, Geld und Nerven. Clover löst das. Über ein einziges Dashboard werden Zahlungen, Bestellmanagement, Lieferdienstintegration und Personalplanung zentral gesteuert. Das weltweit intelligenteste Point-of-Sale-System, so nennen wir es. Und das ist kein Marketing, das ist der Anspruch, den wir täglich einlösen. Die EuroShop ist der richtige Ort, um diese Deutschland-Premiere zu feiern.
Herr Kolthof, welche Anforderungen hören Sie aktuell besonders häufig aus dem Handel?
Kolthof: Drei Dinge höre ich immer wieder: Flexibilität, Verlässlichkeit und Einfachheit. Die Händler wollen Lösungen, die wachsen können, mit ihren Filialen, mit neuen Vertriebskanälen, mit neuen Geschäftsmodellen. Niemand möchte alle zwei Jahre ein neues System einführen. Gleichzeitig muss Payment einfach funktionieren, ohne Ausfälle, ohne Komplexität im Alltag. Und der dritte Punkt: Die Integration neuer Technologien darf nicht zur Mammutaufgabe werden. Ob EV-Charging, ob Pop-up-Store, ob Vending-Automat – die Anbindung an das Zahlungssystem muss reibungslos gehen. Genau an dieser Stelle entfaltet die gemeinsame Plattform von TeleCash und CCV from Fiserv ihre volle Stärke.















