KI darf beim Einkauf helfen – aber nicht entscheiden

Künstliche Intelligenz könnte künftig Teile des Einkaufs übernehmen. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Unzer zeigt jedoch: Viele Verbraucher in Deutschland wünschen sich zwar KI-Unterstützung, wollen die Kontrolle über Kaufentscheidungen aber nicht abgeben.

Von den insgesamt 1.004 befragten Deutschen halten 37 Prozent der Teilnehmer die Nutzung KI-basierter Einkaufsassistenten grundsätzlich für wahrscheinlich. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Altersdynamik: Während jüngere Verbraucher solchen Technologien vergleichsweise offen gegenüberstehen, wächst die Skepsis mit zunehmendem Alter. Bei den über 70-Jährigen geben rund drei Viertel an, KI-Einkaufsassistenten nicht nutzen zu wollen.

Auch zwischen den Geschlechtern bestehen Unterschiede. Männer zeigen sich insgesamt etwas offener gegenüber KI-basierten Einkaufshilfen als Frauen. 41 Prozent der Männer halten deren Nutzung für wahrscheinlich, bei Frauen sind es 32 Prozent. Ein zentraler Punkt der Umfrage ist der Wunsch nach Kontrolle über den Kaufprozess. 64 Prozent der Befragten geben an, dass sie jeden Schritt eines Einkaufs selbst bestätigen möchten. KI wird damit vor allem als Unterstützung akzeptiert, nicht als eigenständig handelnder Einkaufsagent.

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Automatisierung beginnt bei Routinekäufen

Die Ergebnisse zeigen außerdem, in welchen Bereichen Verbraucher sich automatisierte Einkaufsprozesse am ehesten vorstellen können. Am größten ist die Zustimmung bei regelmäßig wiederkehrenden Käufen. 22 Prozent sehen Einsatzpotenzial für KI-Assistenten etwa bei Haushaltsprodukten wie Reinigungsmitteln. 21 Prozent nennen Lebensmittel, 19 Prozent Kleidung und 18 Prozent Geschenke. Deutlich geringer fällt die Zustimmung bei komplexeren Entscheidungen aus. Nur 14 Prozent können sich KI-Unterstützung bei Versicherungen oder Finanzdienstleistungen vorstellen, zwölf Prozent bei Abonnements.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich automatisierte Einkaufsprozesse zunächst in einfachen Alltagssituationen etablieren könnten. In Bereichen mit höherem finanziellen Risiko oder größerem Entscheidungsaufwand bleibt der Wunsch nach persönlicher Kontrolle dagegen stark ausgeprägt. Parallel zeigt die Umfrage, dass viele Verbraucher KI durchaus als Unterstützung im Einkauf sehen. Zwischen 51 und 65 Prozent wünschen sich Funktionen, die Zeit sparen, passende Produkte finden oder günstige Angebote identifizieren.

Damit zeichnet sich ein klares Muster ab: Verbraucher stehen KI im Handel grundsätzlich offen gegenüber, erwarten jedoch transparente Systeme und behalten die endgültige Entscheidung über ihre Käufe selbst.

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